Chronik neonazistischer und menschenverachtender Aktivitäten in Potsdam und Umgebung 2015 erschienen

chronik2015-cover-webDie aktuelle Chronik neonazistischer und menschenverachtender Aktivitäten in Potsdam und Umgebung 2015 ist veröffentlicht.

Sie wird ab sofort in verschiedenen Lokalitäten in Potsdam ausliegen. Wenn ihr eine bestimmte (größere) Anzahl an Exemplaren benötigt, meldet euch bei uns.

Die Chronik könnt ihr auch als PDF herunterladen.

 

 

 

Rechte und rassistische Gewalt in Brandenburg eskaliert – 203 Angriffe im Jahr 2015

op_logo

Der Verein Opferperspektive e.V. zählt für das Jahr 2015 in Brandenburg 203 rechte Angriffe und muss damit das höchste Angriffsniveau seit 15 Jahren vermelden. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die rechten Gewalttaten damit um 120 % an.

Vor allem rassistisch motivierte Angriffe – insbesondere gegen Geflüchtete –nahmen weiter besorgniserregend zu und machten 67 % aller Taten aus. Vor diesem Hintergrund fordert die Opferperspektive klare Positionen gegen Rassismus und wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz von Geflüchteten.

„Die Anzahl und Intensität rechter und rassistischer Taten haben ein Ausmaß angenommen, das uns an die 1990er erinnert. Die Situation für Geflüchtete und Migrant_innen muss in Brandenburg als gefährlich bezeichnet werden. Für viele ist es Alltag, bedroht, beleidigt und angegriffen zu werden. Wir befürchten im Angesicht der sich weiterhin verschärfenden rassistischen Hetze, dass diese bedrohliche Welle rechter Gewalt auch in absehbarer Zeit nicht abebben wird“, fasst Ingmar Pech von der Gewaltopferberatung die Brisanz der Lage zusammen.

Der Bericht auf der Website der Opferperspektive

Download Hintergrundpapier mit Grafiken, Fallbeispiele und Hintergrundinformationen

Vorstellung der Chronik 2015 und Infoveranstaltung

21. Februar 2016 | 18 Uhr | Café im FreiLand (Haus 2, Friedrich-Engels-Str. 22, 14473 Potsdam)

chronik2015-flyercafe-web1Das Antifaschistische Pressearchiv Potsdam (APAP) stellt die jährliche Chronik neonazistischer und menschenverachtender Aktivitäten in Potsdam und Umgebung 2015 vor.
Das Jahr 2015 war deutschlandweit geprägt von einem massiven Anstieg neonazistischer und menschenverachtender Aktivitäten und insbesondere Angriffe auf Menschen und die Häuser in denen sie leben müssen. Auch in und um Potsdam konnten sich die hiesigen neonazistischen Strukturen mit ihren Inhalten an die verschiedenen rassistischen Demonstrationen und Kundgebungen und die Diskurse über die Unterbringung von Geflüchteten anschließen. Neben den offensichtlichen Neonazis gibt es aber auch (bisher) nicht organisierte rassistische Bürger_innen, die maßgeblich für das feindliche Klima gegenüber Geflüchteten verantwortlich zu machen sind.

Was sind Schwerpunkte neonazistischer und rassistischer Aktivitäten? Wo sind Neonazis aktiv? Was sind die Aktionsformen Potsdamer Neonazis? Welche Strukturen und Protagonist_innen sind für menschenverachtende Aktivitäten in und um Potsdam verantwortlich?
Diese und viele weitere (eurer) Fragen sollen beantwortet werden.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, Personen, die neonazistischen Parteien oder Organisationen angehören, der Neonazi-Szene zuzuordnen sind oder bereits durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen aufgefallen sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

blick.zurück – Rechter Terror in Potsdam oder „nur“ eine Nationale Bewegung?

Die Nationale Bewegung – eine neonazistische Gruppierung. Ein Rückblick auf ihre Anschläge vor sechzehn Jahren

symbolbild-nationalebewegungMindestens vierzehn Anschläge und Propagandaaktionen innerhalb eines Jahres. Bekenner_innenschreiben mit, auf den Nationalsozialismus bezogenen, hergeleiteten historischen Datierungen. Menschenverachtende Drohungen und Anschläge gegenüber der Jüdischen Gemeinde, der Kampagne gegen Wehrpflicht, Hausprojekten, Imbissen und kulturellen Anti-Neonazi-Veranstaltungen – und keine der Täter_innen wurden bisher ermittelt.
Wie kann das sein?
Nach der Beobachtung der Ermittlungen im Komplex des Nationalsozialistischer UntergrundNSU – muss die Frage gestellt werden, ob nicht auch an dieser Stelle, in der Aufarbeitung und Ermittlung gegen die Nationale Bewegung, Informationen durch staatliche Behörden zurückgehalten und vertuscht wurden.
Spätestens heute, fünfzehn Jahre nach dem letzten bekannten Anschlägen der Nationale Bewegung am 30. Januar 2001, ist es an der Zeit, eine Aufarbeitung der Ereignisse um die selbst ernannte neonazistisch-militante Gruppierung Nationale Bewegung zu forcieren. Einen Anfang wollen wir mit diesem Text machen. Weil die Informationslage über die Nationale Bewegung und das sie umgebende neonazistische Umfeld uneindeutig und teils widersprüchlich ist, können wir keine Gewähr für die hier dargestellten Informationen übernehmen. Der Artikel fußt auf Recherchen in den Archiven des Antifaschistischen Pressearchiv Potsdam (APAP) und des Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin (APABIZ).

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NSU: Blick in den Abgrund. – eine Veranstaltung mit Friedrich Burschel

NSU: Blick in den Abgrund.
Sonntag, 24. Januar 2016 | 18 Uhr | Haus 2, Freiland (Friedrich-Engels-Str. 22, 14473 Potsdam)

 

Anti-demokratische Inlandsgeheimdienste, unkontrolliertes V-Mann-Unwesen, Nazi-Terror-Szene, rassistische Ermittlungen und Staatsversagen:
Zwingende Konsequenzen aus dem NSU-Komplex

Seit vielen Monaten tritt der Münchener NSU-Prozess auf der Stelle. Das Damoklesschwert einer „Verhandlungsunfähigkeit“ der Hauptangeklagten, über 50 dreist und renitent auftretende Zeug_innen aus der deutschen Nazi-Szene und ständige Ausfälle von Prozesstagen bestimmen das Tempo des Verfahrens. Nach 200 Prozesstagen wird es zusehends schwieriger, das Verfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG) München einzuschätzen und mit dem Geschehen außerhalb des Gerichtssaals in Beziehung zu setzen. Bizarre Ungleichzeitigkeiten des Innen und Außen des Prozesses charakterisieren die aktuelle Entwicklung: beantwortet jedoch sind die allerwenigsten Fragen vom Beginn des Prozesses, geklärt kaum eine der zahllosen, haarsträubenden Ungereimtheiten, die die Diskussion bestimmen. Gesellschaftliche und politische Konsequenzen spielen im Alltag vor Gericht und in den (unterdessen ACHT) Parlamentarischen Untersuchungsausschüssen so gut wie keine Rolle. Im Gegenteil, die Zuspitzung „Dem Inlandsgeheimdienst konnte nichts besseres passieren als der NSU“ ist so gültig wie am ersten Tag nach dem Aufliegen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU). ‚NSU: Blick in den Abgrund. – eine Veranstaltung mit Friedrich Burschel‘ weiterlesen

Chronik neonazistischer und menschenverachtender Aktivitäten in Potsdam und Umgebung 2014 erschienen

Die aktuelle Chronik neonazistischer und menschenverachtender Aktivitäten in Potsdam und Umgebung 2014 ist veröffentlicht.

Den Datensatz findet ihr auch auf dem Kartierungsprojekt rechtesland.de

Kleine Wiedereröffnung

eröffnung webDa wir mit den gröbsten Arbeiten für das neue APAP fertig sind, möchten wir euch am Freitag, 23. Januar 2015 um 17 Uhr in unseren Keller einladen, um bei einem kleinen Umtrunk unsere Wiedereröffnung zu feiern.

Kommt zahlreich!

Antifa United Soliparty – … eine neue Wahnsinnsfahrt!

24. Januar 2015 | 19.30 | Spartacus Potsdam

Es ist wieder so weit. Am 24. Januar geht der Spaß in die vierte Runde. Auch diesmal wird das Antifaschistische Pressearchiv Potsdam (APAP) seine aktuelle Chronik zu neonazistischen und diskriminierenden Aktivitäten im Jahr 2014 veröffentlichen und vorstellen. Das vergangene Jahr ist geprägt von dem rassistischen Umgang mit Geflüchteten, Neonazis traten in Einzelaktionen in Erscheinung, alternative Projekte wurden wiederholt angegriffen. Rund um die Landtags- und Kommunalwahl gab es außerdem Wahlkampfaktionen der NPD, der AfD und parteifernen Neonazis. Nicht überraschend aber beunruhigend ist der Wahlausgang. Die AfD verzeichnete in Brandenburg mit 12,2% die bundesweit besten Wahlergebnisse der Partei und auch in Potsdam ist sie nun in der Stadtverordnetenversammlung vertreten. Der Kampf gegen menschenfeindliches Gedankengut, ob nun neonazistisch oder als Stammtischrassismus, ist in Zeiten wie diesen zweifellos notwendig. Es muss weiterhin für einen breiten Antifaschismus eingetreten werden!
Dieser muss über ein “Gegen Nazis” hinausgehen und die herrschenden gesellschaftlichen Strukturen und Verhältnisse angreifen. Es ist leider nicht möglich für antifaschistische Strukturen in Zeiten des Kapitalismus ohne das nötige Kleingeld auszukommen. Deshalb nehmen wir die Party zum Anlass, unsere Kassen etwas zu füllen und selbstverständlich auch mit euch zu feiern.

Der Spartacus öffnet seine Türen für die Infoveranstaltung des APAP und einem weiteren Input zum Thema „Staatliche Überwachung in Brandenburg“ ab 19.30 Uhr. Um 22.00 Uhr erwartet euch wie jedes Jahr unsere bunte AntifaKirmes mit AntifaPop oder Nazischrott, Kakerlaken-Rennen und vielen weiteren Überraschungen. Danach eröffnen die Antifa-Allstar-DJs … eine neue Wahnsinnsfahrt!

Antifa United – Never divided

Neue E-Mailadresse

Zu erreichen sind wir ab sofort unter apap@systemli.org
dazu haben wir auch einen neuen PGP-Key

Desweiteren sind wir nun auch über ein verschlüsseltes Kontaktformular zu erreichen. Dieses findet ihr unter „Kontakt“

Wiederholte Angriffe und Einschüchterungsversuche gegen alternative Projekte

Glasbruch an einem der Fenster des Hausprojektes "Zeppi25" am 3. August 2014

Glasbruch an einem der Fenster des Hausprojektes „Zeppi25“ am 3. August 2014

Bereits zum zweiten Mal in diesem Monat griffen mutmaßliche Neonazis alternative Projekte in Potsdam an.
In einer Pressemitteilung berichtete das linke Wohnprojekt „Zeppi 25“ über einen Angriff in der Nacht zum 2. August 2014: Unbekannte warfen in den Morgenstunden mit Steinen auf mehrere Scheiben der Häuser in der Zeppelinstraße 25 und 26. Mehrere Scheiben von Zimmern, in denen sich zu diesem Zeitpunkt auch Personen aufhielten, wurden zerstört. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.
Nach den Steinwürfen flüchteten die vermummten Angreifer_innen. In der selben Nacht wurden ebenfalls vor dem Haus „White Power“-Parolen aus einem Auto heraus gebrüllt.
Dieser Angriff scheint geplant und koordiniert durchgeführt worden zu sein. Die Steine wurden vor dem Angriff offenbar gereinigt, um Spuren zu vernichten und stammen vermutlich nicht aus der unmitelbaren Umgebung der Zeppelinstraße. Die vier angreifenden Personen waren sportlich und dunkel gekleidet.

In der Nacht zum 23. August 2014 versuchten nun vier Personen, eine Scheiben der alternativen Kneipe „Olga“ in der Charlottenstraße 28 zu zerstören.
Die Personen kamen mit bereits auffällig drohender Haltung in das Lokal und bestellten sich jeweils ein Getränk. Drei der Personen verließen die Olga, einer blieb und ging auf die Toilette. Als dieser zurückkehrte, griff er nach einem Stuhl und warf diesen von Innen gegen eine Scheiben der „Olga“. Im Anschluss vermummte er sich und rannte nach draußen und dann in Richtung Dortustraße. Dort warteten bereits die übrigen drei Personen auf ihn und begrüßten ihn johlend. Gemeinsam zeigten sie Drohgebärden in Richtung der Kneipe bevor sie sich entfernten.
Gäste der „Olga“ wurden bei dem Vorfall nicht verletzt. Auch die Scheiben hielten den geworfenen Stühlen stand.
Am Vormittag des 23. August 2014 wurde außerdem zum wiederholten Male eine Plastiktüte mit einem Pflasterstein an das Tor der Zeppelinstraße 25 gehangen. Unbekannte hinterließen bereits in den vergangenen Jahren Steine als Drohgebärde vor dem Wohnprojekt.

Diese Vorfälle erinnern an die Anschläge im Frühjahr 2013, als Angriffe auf das „Kontext“, das „Archiv“ und die „Olga“ eine Bedrohungslage erzeugten, die so vorher nicht zu verzeichnen war. Am 3. Februar 2013 verübten mutmaßliche Neonazis einen Brandanschlag auf das Archiv. In der selben Nacht zerstörte ein Mann ein Fenster des „Kontext“ in der Hermann-Elflein-Straße. Die Polizei spielte beide Vorfälle herunter und sah trotz verklebter Neonazisticker in der Umgebung kein politisches Motiv für die Taten.
Am frühen Morgen des 10. April 2013 zerstörten zwei Unbekannte eine große Schaufensterscheibe der Szenekneipe „Olga” in der Charlottenstraße. Im Innenraum hinterließen sie einen gefüllten Dieselkanister. Möglicherweise sollte ein Brand gelegt werden.
Regelmäßig wurden und werden Gäste des „Black Fleck“ in der Zeppelinstraße 26 von Personen, meist aus Autos heraus, beleidigt, bedroht oder angegriffen.

Die Chroniken neonazistischer Aktivitäten der letzten Jahre zeigen, dass die Potsdamer Innenstadt, neben der Waldstadt, ein eindeutiger Schwerpunkt von Angriffen, Bedrohungen und Propagandaaktionen ist.



Hinweis

Zurzeit ist auf Grund von größeren Umbaumaßnahmen ein Zugang zum Archiv nur eingeschränkt möglich.
Wenn ihr konkrete Sachverhalte oder Dinge sucht, dann schickt uns bitte im vorraus eine E-Mail, damit wir die betreffenden Ordner, Unterlagen, etc. bereitstellen können.


Das Antifaschistische Pressearchiv Potsdam hat jeden Dienstag ab 18 Uhr geöffnet. Hier, in der Zeppelinstraße 25, kann sich über die Potsdamer Neonaziszene informiert, aber auch die Arbeit des APAP aktiv unterstützt werden. Indem ihr uns zum Beispiel Informationen über Neonazipropaganda zu kommen lasst, können wir Chroniken und Pressemitteilungen erstellen und somit die Öffentlichkeit informieren und sensibilisieren.

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Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg

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