Zum wiederholten Male griffen vermeintliche Neonazis einen alternativen Jugendlichen in Potsdam an. Am Sonntag, den 13.11.2011 gegen 4 Uhr morgens attackierten die drei Täter_innen in Babelsberg den Jugendlichen. Sie schlugen dabei der Person ins Gesicht, worauf diese fiel. Anschließend traten die Neonazis weiter auf den nun am Boden liegenden Jugendlichen ein. Der Betroffene wurde außerdem aus der Gruppe der Angreifenden beleidigt. Dabei fielen unter anderem die Worte „Hey du scheiß Zecke“.

Möglicherweise steht dieser Angriff in Zusammenhang mit der Schändung des Gedenksteins von Herbert Ritter. Herbert Ritter war ein jugendlicher Kommunist und gilt als das erste Todesopfer faschistischer Gewalt in Babelsberg. In Vorbereitung auf den 80. Todestag des Jungkommunisten restaurierten jugendliche Antifaschist_innen und Fußballfans den Gedenkstein.[1] Am Gedenktag selbst wurden mehrere Löcher in der Inschrift des Steines entdeckt. Diese wurden offenbar in der Nacht zum 12. November 2011 von Unbekannten zugefügt.[2]

Am nächsten Tag wurden erneute Beschädigungen festgestellt, die wahrscheinlich in der Nacht zum Sonntag zugefügt wurden. In der gleichen Nacht wurde der alternative Jugendliche angegriffen.

Somit sind Potsdamer Neonazis nicht nur im Stadtteil Waldstadt aktiv. Nach einer Kundgebung in Babelsberg [3] und einem Übergriff am Platz der Einheit [4] dehnen sie ihre Aktivitäten auf die gesamte Stadt aus und schaffen somit Angsträume für alternative Jugendliche und andere Menschen, die nicht in ihr faschistisches Weltbild passen.

[1]http://www.ultras-babelsberg.info/wordpress/?p=1352
[2]http://www.ultras-babelsberg.info/wordpress/?p=1398
[3]http://arpu.blogsport.eu/2011/07/31/vom-deutschlandfahnenschwinger-zum-redner-der-%e2%80%9efreie-krafte-potsdam%e2%80%9c/
[4]http://apap.blogsport.eu/2011/10/05/wieder-nazigewalt-in-potsdam-angriff-auf-alternativen-jugendlichen-in-der-innenstadt/