www.todesopfer-rechter-gewalt-in-brandenburg.de

Karte der Opferperspektive "Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg"

Karte der Opferperspektive „Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg“

Mit der neuen Webseite will die Opferperspektive einen Beitrag zur Aufarbeitung rechter Gewalt im Nachwende-Deutschland leisten. Wir sind davon überzeugt, dass die Anerkennung des Ausmaßes und das Gedenken an die Opfer wesentliche Voraussetzungen dafür sind, neonazistischem Gedankengut entgegenzuwirken.

Seit 1990 kamen in der Bundesrepublik mindestens 152 Menschen durch rechte Gewalt zu Tode. Sie wurden aus rassistischen Motiven erschossen, erschlagen, ihre Häuser angezündet, Wohnungslose wurden als „lebensunwert“ erachtet zu Tode qequält, Punks und antifaschistische Jugendliche als politische GegnerInnen ins Koma getreten. Die Zahl der Verletzten geht in die Tausende. Viele von ihnen haben lebenslange Schädigungen davon getragen.

2013 wurden im Zusammenhang mit dem Ermittlungsdesaster bei den NSU-Morden 3300 Tötungen und Tötungsversuche aus den Jahren 1990 bis 2011 von Behörden untersucht. In 746 Fällen aus dieser Zeit wurden Anhaltspunkte für eine politische rechte Tatmotivation gefunden.

Brandenburg war lange Zeit das Bundesland, in dem die meisten rechten Gewalttaten gezählt wurden. Es ist auch das Bundesland, in dem die meisten Todesopfer rechter Gewalt zu beklagen sind. Auf dieser Webseite werden die 28 Todesopfer rechter Gewalt und vier Fälle aus Brandenburg, bei denen der Verdacht besteht, dass es sich um eine politisch rechts motivierte Taten handelt dokumentiert. Die tatsächliche Anzahl rechter und rassistischer Tötungen ist nicht bekannt. Sie muss in diesem Deliktfeld als deutlich höher vermutet werden. Neben den Tathergängen und Gedenkorten wird auch die Debatte über die Anerkennung rechter Tatmotive durch Politik, Polizei und Justiz dargestellt.