Die Chronik 2013 als PDF
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Im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich im Jahr 2013 einen neue Dimension von Gewalt gegen linke und alternative Strukturen. Zum ersten Mal seit Jahren kam es wiederholt zu (versuchten) Anschlägen auf alternative Wohn- und Kulturprojekte. Es waren unter anderem das Café Olga und das Archiv davon betroffen.
Die Potsdamer Neonaziszene zeigte sich hingegen in ihrem Auftreten zurückhaltend und verdeckter als noch 2012. Alte Strukturen sind eingebrochen bzw. nicht mehr wahrnehmbar. Allerdings entwickelten sich neue Strukturen, die schwerer greifbar sind. So kam es auch im vergangenen Jahr zu vielen Propagandaaktionen, die oft klandestin durchgeführt wurden (siehe „Licht und Schatten“). Neonazis in Potsdam sind weiterhin aktiv, jedoch scheint es, als wären sie vorsichtiger geworden, möglicherweise um Repression aus dem Weg zu gehen.
Es bleibt weiterhin festzustellen, dass auch 2013 die NPD in Potsdam nicht Fuß fassen konnte. So hing zur Bundestagswahl im September 2013 kein einziges Wahlplakat der NPD in der Landeshauptstadt. Laut Ankündigung der NPD soll sich das jedoch im Jahr 2014, in dem die Kommunal- sowie die Landtagswahlen anstehen, ändern.

Diese Chronik kann nicht als vollständiger Bericht für den angegebenen Zeitraum angesehen werden, da Betroffene von neonazistischer oder rassistischer Gewalt ihre Erfahrungen häufig aus Angst vor weiteren Übergriffen nicht äußern und sie somit nicht öffentlich zugänglich gemacht werden. Die Chronik ist ein Versuch, Neonaziaktivitäten im Raum Potsdam und Umland zu erfassen. Dabei dienen zahlreiche Berichte aus der Lokalpresse, der „Opferperspektive e.V.“, lokalen antifaschistischen Zusammenschlüssen und dem „Antifaschistischen Pressearchiv Potsdam“ (APAP) als Datengrundlage. Es werden aber ebenfalls Aktionen und Berichte der Neonazis selbst dokumentiert.

„Infoportal Potsdam“ eingestellt – „Licht und Schatten“ als Nachfolgestruktur
Im Laufe des Jahres waren die „Freie Kräfte Potsdam“ (FKP) als Akteur_innen zunehmend weniger aktiv. Das Online-Sprachrohr dieser Gruppierung – das „Infoportal Potsdam“ – wurde monatelang nicht aktualisiert und keine neuen Inhalte online gestellt. Seit dem Frühsommer 2013 ist die Website eingestellt. Zeigte sie noch zu Beginn die Seite der „Volkstodkampagne“ der „FKP“, wurde später der Inhalt durch ein Bild ersetzt. Es ist möglich, dass die Domain zu einem späteren Zeitpunkt wieder als Sprachrohr der neonazistische Szene Potsdams dienen wird.
Im April 2013 trat die Gruppierung „Licht und Schatten“ mit ihrer Website in Erscheinung. Sie kann als neue treibende Kraft der Potsdamer Neonaziszene und der neonazistischen Szene im Umland genannt werden. Eine ihrer ersten Aktivitäten war, ganz in Tradition der „FKP“, eine Gedenkaktion zur „Nacht von Potsdam“, dem Jahrestag der Bombardierung Potsdams am Ende des Zweiten Weltkrieges. Am Ufer der Havel setzten die Neonazis kleine Kerzen in den Fluss und veröffentlichten davon Bilder sowie einen kleinen Text auf ihrer Website. Einer medialen Öffentlichkeit präsentierte sich die Gruppierung mit einem nicht angemeldeten Fackelmarsch am 8. Mai 2013 in Kloster Lehnin. Etwa 30 Neonazis führten die Demonstration am Jahrestag der Befreiung durch, sie warfen Papierschnipsel umher und verklebten Sticker auf ihrem Weg. Laut Berichten der „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ sollen einige der Neonazis aus Potsdam, Werder und Töplitz kommen.
Wie schon in den Aktionsberichten auf „Infoportal Potsdam“ zu beobachten, setzt auch „Licht und Schatten“ auf klandestin organisierte Propagandaaktionen, die im Nachgang auf ihrer Homepage und in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden.
Zwei propagandistische Aktionen zu den Bundestagswahlen stehen dabei exemplarisch für die Aktionsform von „Licht und Schatten“. Im Vorfeld der Wahlen wurden Wahlplakate der antretenden Parteien im gesamten Potsdamer Stadtgebiet überplakatiert. Am Wahltag selbst hingen sie vor Wahllokalen Transparente mit ihren Losungen auf, ein Eingang wurde mit Ketten und Vorhängeschloss verriegelt.
Anders als „Infoportal Potsdam“ setzt „Licht und Schatten“ auch auf die Verbreitung ihrer Propaganda in sozialen Netzwerken, wie Facebook. Nichtsdestotrotz vermeiden sie es in der Öffentlichkeit, wie beispielsweise auf angemeldeten Demonstrationen, mit diesem Label aufzutreten.
Es ist davon auszugehen, dass große personelle und strukturelle Überschneidungen zwischen „Freie Kräfte Potsdam“ und der neuen Gruppierung „Licht und Schatten“ bestehen.

Gewalttätige Drohungen gegen alternative Wohn-und Kulturprojekte – Bedrohungssituationen im Stadtgebiet
Angriffe auf alternative Wohn- und Kulturprojekte erzeugten eine Bedrohungslage, die so in den letzten Jahren nicht zu verzeichnen war. Am 3. Februar 2013 verübten mutmaßliche Neonazis einen Brandanschlag auf das Archiv. Angezündet wurde ein Papierberg vor der Eingangstür sowie eine Mülltonne, die direkt an der Fassade des Hauses stand. Das Feuer an der Eingangstür erlosch glücklicherweise, die brennende Mülltonne musste von der Feuerwehr gelöscht werden. In der selben Nacht zerstörte ein Mann ein Fenster des „Kontext“ in der Hermann-Elflein-Straße. Er entkam nach der Tat mit einem Auto. Die Polizei spielte beide Vorfälle herunter und sieht trotz verklebter Neonazisticker kein politisches Motiv für die Taten.
Am frühen Morgen des 10. April 2013 zerstörten zwei Unbekannte die großen Schaufensterscheiben der Szenekneipe „Olga“ in der Charlottenstraße. Im Innenraum hinterließen sie zwei gefüllte Dieselkanister. Möglicherweise sollte ein Brand gelegt werden. Auch Besucher_innen des „Black Fleck“ in der Zeppelinstraße wurden mehrmals aus vorbeifahrenden Autos heraus bedroht. Am 21. April schossen Unbekannte mit einer Paintball-Waffe auf Gäste der Kneipe, die sich vor dem Haus aufhielten. Mehrere Anwesende wurden getroffen, glücklicherweise jedoch nicht verletzt.
Weiterhin kam es über das Jahr 2013 verteilt zu etlichen Übergriffen und Bedrohungsszenarien. Besonders am „Herrentag“ fallen regelmäßig junge Männergruppen auf, die Andere aus rassistischen und neonazistischen Motiven heraus beleidigen oder angreifen. Am 9. Mai 2013 erzeugten mindestens 45 Personen eine massive Bedrohungssituation für nicht-weiße und nicht-rechte Menschen in der Stadt. Weiterhin wurden über den Tag verteilt mehrmals Frauen von Männergruppen sexistisch beleidigt und belästigt. Mindestens drei verschiedene Männergruppen in der Innenstadt, am Heiligen See und in Waldstadt zeigten „Hitlergrüße“, riefen „Sieg Heil“ und bedrohten Passant_innen rassistisch. Zwei der Gruppen spielten neonazistische Musik ab.

Bundestagswahlen und rassistische Hetze
Von rassistischen Tendenzen in der Themensetzung rund um die Bundestagswahlen war auch in Potsdam einiges zu spüren. Es gab mehrfach Aktivitäten, die Geflüchtete und Asylunterkünfte verbal, körperlich oder symbolisch angriffen. Kleinere rechtspopulistische und neokonservative Parteien, wie die „Alternative für Deutschland“, „Pro Deutschland“ und „Die Republikaner“ propagierten mit Wahlkampfmaterialien und Infoständen ihre menschenverachtenden Positionen. Die Themen Asyl, Migration und Flucht griff auch die NPD auf und veranstaltete in Potsdam mehrere Kundgebungen im Rahmen ihrer rassistischen Wahl-Kampagne. Die „Antifaschistischen Recherche_Potsdam//Umland“ veröffentlichte im September 2013 den Hinweis, dass der Direktkandidat der NPD für den Wahlkreis 60 Maik Schneider Schüler der Potsdamer Abendschule „Heinrich von Kleist“ ist.
Im Zusammenhang mit den Wahlen führten außerdem nicht parteigebundene Neonazis diverse Propagandaaktionen durch. Sie beklebten, beschmierten und zerstörten Plakate von anderen zur Wahl antretenden Parteien.
Zu den Bundestagswahlen wählten 13 166 Menschen in Potsdam und Umgebung (Wahlkreis 61) mit ihrer Zweitstimme neonazistische oder rechtspopulistische Parteien (NPD, Republikaner, Pro Deutschland, Alternative für Deutschland). Mit ihrer Erststimme votierten allein 3 147 Menschen für den Schöneicher Direktkandidaten der NPD Florian Stein. Dieser ist auch Pressesprecher des Landesverbandes der NPD Brandenburg.

Maik Eminger als neonazistischer „Vordenker“ mit NSU-Verbindungen
Der ehemalige Potsdamer JN-Vorsitzende Maik Eminger besuchte gemeinsam mit anderen Neonazis mehrere Prozesstage zum neonazistischen Terrornetzwerk „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) in München. Er versuchte dort, seinen angeklagten Bruder André Eminger zu unterstützen. Maik Eminger bekleidete seit 2008 den Vorsitz der „Junge Nationaldemokraten“ (JN) in Potsdam und kümmerte sich vor allem um die ideologische Festigung der Brandenburger Neonazis durch Organisierung von „Lesezirkeln“. Zuvor war er u.a. in der verbotenen neonazistischen Organisation „Schutzbund Deutschland“ aktiv.
Im Jahr 2009 nahm er an einer Bürger_innenversammlung bezüglich des Flüchtlingswohnheims am Schlaatz teil. Dort war er unter anderem mit den Neonazis Carsten S., Thomas P., Mirko K. und Marcel Guse präsent. Letzterer wetterte dabei rassistisch gegen den Umzug des Flüchtlingswohnheims an den Schlaatz. Im November 2013 nahm Maik Eminger an einer ähnlichen Veranstaltung in Bad Belzig teil.

Potsdams neonazistische Musikszene – Altbekanntes und Rechtsrocker als Model für Neonazi-Kleidung
Auch im Jahr 2013 zeigte sich Potsdams neonazistische Musikszene stets aktiv. Eine tragende Rolle spielt dabei immer noch Uwe Menzel, genannt „Uwocaust“. Dieser trat zum Beispiel mit seiner Band „Burn Down“ am 29. Juni 2013 beim Sommerfest der neonazistischen Partei „Die Rechte“ auf. Das Konzert fand auf dem Grundstück des „Die Rechte“-Landeschefs Klaus Mann in Finowfurt statt.
Mindestens bei einem Neonazikonzert in Finowfurt beteiligte sich wenigstens ein Potsdamer Neonazi als Ordner, gekennzeichnet durch „Staffel“-Shirts, an der Organisation. Das Konzert war mit 650 Besucher_innen eines der größten neonazistischen Konzerte in Brandenburg seit Jahren. Auf Grund von „Hitlergrüßen“ beendete die Polizei die Veranstaltung vorzeitig.
Der Rechtsrocker Sacha K. aus Teltow wollte gleich zu Beginn des Jahres 2013 in Seddin ein Konzert veranstalten. Dieses wurde jedoch verboten und daraufhin durch K. selbst abgesagt. Zwei Monate später trat er dann zusammen mit dem Potsdamer Neonazi Gabor G. als Model für das neu gegründete neonazistische Kleidungslabel „Fourth Time“ auf.

Neonazis und Sport
In diesem Jahr kam es vermehrt zu neonazistisch motivierten Äußerungen und Übergriffen gegen die Fans und Ultras des „SV Babelsberg 03“. Der Verein ist bekannt für seine linksalternative Fanszene. Trauriger Höhepunkt war im August das Auftreten der Gästefans von „Lokomotive Leipzig“ – es kam zu mehreren versuchten Angriffen auf antifaschistische Babelsberger Fans. Vor und während des Spiels wurden beinahe durchgehend neonazistische Parolen gerufen. Aber auch bei Vereinen, die nicht primär für rechtsoffene Anhänger_innen bekannt sind, kam es zu „Hitlergrüßen“ und neonazistischen Parolen. Unter anderem zeigten Fans des „1. FC Magdeburg“ während des Spiels den „Hitlergruß“.
Trotz zahlreicher Hinweise der „Antifaschistischen Recherche_Potsdam//Umland“ unternahmen auch im Jahr 2013 Sportvereine wie z.B. „Eintracht 90 Babelsberg“ nichts gegen Neonazis in den eigenen Reihen und lassen diese weiterhin bei sich trainieren. Der inkonsequente Umgang mit der Problematik ist symptomatisch. Einziger Lösungsversuch ist ein so genannter „Ehrenkodex“ des Stadtsportbundes, hinter dem sich die Vereine und zuständigen Funktionäre verstecken. Nicht nur an dieser Stelle erhält das Wort „Toleranz“ einen bitteren Beigeschmack.

Ausblick auf das Jahr 2014
Mit den kommenden Kommunal-, Europa- und Landtagswahlen erwarten wir auch in diesem Jahr Infotische, Kundgebungen und Demonstrationen von rechtspopulistischen und neonazistischen Parteien in Potsdam. Die NPD kündigte über die „Märkische Allgemeine Zeitung“ bereits an, dass sie in Potsdam zur Kommunalwahl am 25.05.2014 antreten wolle.
Eine Einschätzung über die zukünftigen Aktivitäten anderer neonazistischer Strukturen in Potsdam ist zu diesem Zeitpunkt hingegen schwierig zu geben. An dieser Stelle ist es wichtig, dass Potsdamer_innen wachsam bleiben, um von Aktionen Kenntnis zu erlangen und sie verhindern. Es ist, wie immer, wichtig sich aktiv und kontinuierlich gegen neonazistisches und rassistisches Gedankengut zu engagieren – vor allem mit dem Hintergrundwissen zum „NSU“. Auch die rassistische Hetze gegen Flüchtlingsheime werden sicherlich die NPD und andere neonazistische Parteien wie auch Gruppierungen als Instrument nutzen, um, getarnt als „Heimatliebe“ und stumpfe Deutschtümelei, auf Stimmenfang zu gehen.

Neonazistische und rassistische Übergriffe geschehen im gesamten Stadtgebiet, Propaganda und Schmierereien werden von Neonazis kontinuierlich verbreitet. Um eine Chronik neonazistischer Aktivitäten so umfassend wie möglich zu erstellen, sind wir auch auf Informationen von Außen angewiesen: meldet euch bei uns, wenn ihr Aktionen, Propaganda oder andere Neonaziaktivitäten mitbekommt! Kontaktiert uns oder den Verein „Opferperspektive“, wenn ihr von rassistischen oder neonazistischen Übergriffen und Aktionen hört oder selbst betroffen seid. Wir werden euch bestmöglich unterstützen.
Das APAP wird auch im Jahr 2014 die Aktivitäten der Potsdamer Neonazis dokumentieren und hofft dabei weiterhin auf Unterstützung.

Chronik neonazistischer Aktivitäten in Potsdam und Umgebung für das Jahr 2013

Januar

10.01.2013 – Vor der Agentur für Arbeit am Horstweg werden von einem Mann antisemitische Parolen gerufen. (Quelle: PNN)

12.01.2013 – In Seddin soll ein Rechtsrockkonzert, organisiert von Sacha K., stattfinden. Sacha K. ist bekannter Musiker der neonazistischen Szene und stammt ursprünglich aus Teltow. Das Konzert wird jedoch vorher verboten und abgesagt. (Quelle: PNN)

12.01.2013 – Mehrere Potsdamer Neonazis nehmen an einer geschichtsrevisionistischen Demonstration in Magdeburg anlässlich des Jahrestages der Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg teil. (Quelle: APAP)

Mitte Januar – Protesttransparente gegen den Verkauf der Heidesiedlung an Häusern in der Großbeerenstraße werden angezündet und brennen zum Teil vollständig ab. Die Transparente hingen direkt an der Fassade. (Quellen: ak_antifa, Neue Farben e.V.)

19.01.2013 – Am frühen Abend führt die Polizei am Potsdamer Hauptbahnhof eine Kontrolle im Sinne des “racial profiling” durch. Passant_innen unterstützen die betroffene Person und deren Begleiter_innen. (Quelle: APAP)

20.01.2013 – Bei einem Fußball-Hallenturnier am Luftschiffhafen kommt es zu neonazistischen Äußerungen durch angereiste Fußballfans. Vor allem ca. 70 Fans des Vereins “Polonia Bytom” zeigen wiederholt den „Hitlergruß“. Mehr als 70 rechtsoffene Fans von “Dynamo Dresden” ziehen durch die Potsdamer Innenstadt. Durch die Präsenz der Neonazis müssen antifaschistische Fans von “Tennis Borussia Berlin” das Turnier vorzeitig verlassen, da ihre Sicherheit nicht gewährleistet werden kann. (Quellen: APAP, PNN, Footballwatch)

Ende Januar – An stillgelegte Güterzüge am Bahnhof Park Sanssouci werden von Unbekannten Keltenkreuze und Hakenkreuze gesprüht. (Quelle: APAP)

Februar

03.02.2013 – Auf das „Archiv“ und das „Kontext“ werden in den frühen Morgenstunden Anschläge verübt. Am „Archiv“ erlischt ein angezündeter Papierberg vor der Eingangtür glücklicherweise von alleine, eine brennende Mülltonne an der Fassade wird von der Feuerwehr gelöscht. In der selben Nacht wird ein Mann beobachtet, wie er eine Fensterscheibe des „Kontext“ in der Hermann-Elflein-Straße zerstört und danach in einem Auto entkommt. Die Polizei spielt beide Vorfälle herunter und sieht trotz verklebter Neonazisticker kein politisches Motiv. (Quellen: PNN, la datscha, ak_antifa)

15.02.2013 – Potsdamer Neonazis nehmen an einer geschichtsrevisionistischen Demonstration in Cottbus anlässlich des Jahrestages der Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg teil. (Quelle: APAP)

22.02.2013 – Neonazis der „FKP“ legen an vier Denkmälern und einer Geschäftsstelle der Linkspartei in und um Potsdam Blumen und Kerzen für den am 23.02.1930 erschossenen Nationalsozialisten Horst Wessel nieder und fügen diesen Porträts bei. (Quelle: „FKP“)

März

06.03.2013 – Die rechtspopulistische Bürgerbewegung „Pro Deutschland“ führt mit fünf Personen einen Infostand auf der Brandenburger Straße durch. (Quellen: PNN, Potsdam bekennt Farbe)

13.03.2013 – Die „Antifaschistische Recherche_Potsdam//Umland“ veröffentlicht Informationen über die neue neonazistische Bekleidungsmarke „Fourth Time“ aus Teltow. Auf der Website der Marke posiert der bekannte Potsdamer Neonazi Gabor G., der vom Potsdamer Fotografen Benjamin M. in Szene gesetzt wird. M. ist auch für weitere Grafikarbeiten der Website von „Fourth Time“ verantwortlich. Als weiteres Model tritt der Rechtsrocker Sacha K. auf. (Quelle: ARPU)

13.03.2013 – Die rechtspopulistische Bürgerbewegung “Pro Deutschland” führt mit vier Personen einen Infostand auf der Brandenburger Straße durch. (Quellen: PNN, Potsdam bekennt Farbe)

14.03.2013 – Eine Person wird Opfer einer rassistisch motivierten Körperverletzung. Es kann ein Tatverdächtiger ermittelt werden. (Quelle: Opferperspektive)

15.03.2013 – Die „Antifaschistische Recherche_Potsdam//Umland“ veröffentlicht Informationen über den Potsdamer Neonazi Jens K.. Er ist hauptberuflich in der Landschaftspflege tätig. K. war an mehreren Übergriffen auf Andersdenkende beteiligt und nahm an mehreren neonazistischen Demonstrationen teil. (Quelle: ARPU)

20.03.2013 – Die rechtspopulistische Bürgerbewegung “Pro Deutschland” führt mit drei Personen einen Infostand auf der Brandenburger Straße durch. (Quellen: PNN, Potsdam bekennt Farbe)

Ende März – Im Musikerviertel am Stern bringen Neonazis die Schriftzüge „Nationaler Sozialismus Jetzt!“, „BRD = Volkstod“ und „88“ (für „Heil Hitler“) an Hauswänden und Verteilerkästen an. (Quelle: APAP)

April

10.04.2013 – Am frühen Morgen zerstören zwei Personen ein Schaufenster der Szenekneipe „Olga“ und hinterlassen zwei gefüllte Dieselkanister im Innenraum. (Quellen: MAZ, PNN, ak_antifa, Neue Farben e.V.)

13.04.2013 – Im Rahmen der rassistischen Kampagne „Einmal Brandenburg und zurück – Asyl ist kein Selbstbedienungsladen!“ hält die NPD am Magnus-Zeller-Platz eine Kundgebung mit 20 Teilnehmer_innen ab. Ein angemieteter LKW mit Soundanlage kommt ebenfalls zum Einsatz. (Quellen: Potsdam Vibes, PNN)

14.04.2013 – Potsdamer Neonazis der „FKP“ und „Licht und Schatten“ legen anlässlich des Jahrestages der Bombardierung Potsdams am Obelisken an der Ecke Breite Straße/Lindenstraße Kerzen für die „Bombenopfer“ der „Nacht von Potsdam“ ab und Teelichter auf der Havel an der Freundschaftsinsel aus. Ebenfalls veröffentlichen sie Fotos ihrer Aktion und einen Artikel auf der Website von „Licht und Schatten“. (Quelle: APAP, „FKP“, „Licht und Schatten“)

16.04.2013 – Nach Abpfiff des Fußballspiels „SV Babelsberg 03“ gegen den „FC Hansa Rostock“ zeigt ein Gästefan den „Hitlergruß“. (Quelle: Potsdam Vibes)

20.04.2013 – Die rechtsoffene Hooligangruppierung „Kategorie EF“ des Vereins „FC Rot-Weiß-Erfurt“ will beim Spiel gegen den „SV Babelsberg 03“ im Karl-Liebknecht-Stadion eine „Happy Birthday“-Choreographie durchführen. Der 20. April ist der Geburtstag Adolf Hitlers. Der Fanbetreuer erfährt im Vorhinein von der geplanten Aktion und sorgt dafür, dass den Personen der Zutritt zum Stadion verwehrt wird. (Quelle: APAP)

21.04.2013 – Aus einem fahrenden Auto heraus schießen Unbekannte mit einer Paintball-Waffe auf Besucher_innen des „Black Fleck“, die sich vor dem Haus in der Zeppelinstraße aufhalten. Mehrere Anwesende werden getroffen, glücklicherweise aber nicht verletzt. (Quelle: APAP)

29.04.2013 – Ein Mensch wird aus rassistischen Gründen von mehreren Personen angegriffen und geschlagen. (Quelle: Opferperspektive)

Mai

Anfang Mai – Potsdamer Neonazis führen eine Gedenkaktion zum Geburtstag des inhaftierten Kriegsverbrechers Erich Priebke am Schloss Sanssouci durch. Priebke war während des Zweiten Weltkrieges an Erschießungen italienischer Zivilist_innen in der Nähe von Rom beteiligt. Die „FKP“ berichten auf ihrer Website “Infoportal Potsdam” über ihre Gedenkaktion und relativieren die Taten Priebkes. (Quelle: „FKP“)

01.05.2013 – Neonazis der Gruppierung „Licht und Schatten“ hinterlassen auf der Baumblüte in Werder Papierschnipsel mit ihrer Internetadresse und neonazistischen Parolen. (Quelle: APAP)

04.05.2013 – Nach dem Fußballspiel des „SV Babelsberg 03“ gegen die „SpVgg Unterhaching“ kommt es vor den Stadiontoren zu Übergriffen von Berliner Neonazis auf Besucher_innen des Spiels. Die Neonazis waren während des Spiels als Ordner_innen vom Heimverein eingesetzt worden. (Quellen: FI99, APAP)

06.05.2013 – Der in Grabow wohnhafte Neonazi-Kader Maik Eminger besucht den Auftakt des NSU-Prozesses in München, um offenbar seinen angeklagten Bruder André Eminger zu unterstützen. Er erscheint zusammen mit dem Münchener Neonazi Karl-Heinz Statzberger. (Quelle: NSU-Watch.info, ARPU)

08.05.2013 – Während des Landespokalspiels des “SV Babelsberg 03” bei der “TuS Sachsenhausen” hängen die Sachsenhausen-Anhänger ein Banner mit der Aufschrift “Gas geben Sachsenhausen” auf. Hinter dem Transparent steht auch ein Spieler der „TuS Sachsenhausen“. Fans des “SV Babelsberg 03” weisen sowohl Ordner_innen als auch die Polizei auf das Transparent hin. Als das Banner dennoch nicht abgehängt wird, versuchen die Babelsberg-Fans es zu entfernen, werden jedoch daran durch Ordnungsdienst und Polizei gehindert. Erst nach längerer Diskussion wird das Transparent entfernt. Auf dem Rückweg der Babelsberg-Fans zum Bahnhof zeigt ein Sachsenhausener aus dem Fenster seiner Wohnung den „Hitlergruß“. (Quellen: PNN, APAP)

08.05.2013 – Etwa 30 Neonazis aus Potsdam und Potsdam-Mittelmark ziehen nachts mit Fackeln, einem Transparent und Nazi-Parolen durch die Gemeinde Kloster Lehnin. Sie hinterlassen Papierschnipsel und sprühen Schriftzüge auf den Asphalt, die auf die Neonazigruppierung „Licht und Schatten“ verweisen. (Quelle: Inforiot)

09.05.2013 – Am „Herrentag“ zeigen drei verschiedene Männergruppen in der Innenstadt, am Heiligen See und in Waldstadt „Hitlergrüße“ und rufen “Sieg Heil”. Außerdem werden nicht-weiße Personen rassistisch beleidigt und zwei der Gruppen spielen neonazistische Musik ab. Insgesamt schaffen mindestens 45 Personen in der Stadt für nicht-rechte und nicht-weiße Menschen eine neonazistische Bedrohungssituation. Alle Personen kommen aus Potsdam und umliegenden Orten. Weiterhin werden über den Tag verteilt mehrmals Frauen von Männergruppen sexistisch beleidigt und belästigt. (Quellen: MAZ, PNN, APAP)

14.05.2013 – Erneut erscheint der Neonazi Maik Eminger in München, um am zweiten Prozesstag zum “Nationalsozialistischen Untergrund” seinen Angeklagten Bruder André Eminger zu unterstützen. Die beiden Brüder tragen gleiche “ACDC”-T-Shirts. Durch die Blitzsymbole ergibt sich zusammen eine Doppel-Sig-Rune. Begleitet wird Maik Eminger diesmal vom Ex-“Kameradschaft Aachener Land”-Mitglied und Kader des Neonazi-Netzwerkes “Freies Netz Süd” Daniel Thönnessen. Maik Eminger wohnte danach auch weiter dem Prozess unregelmäßig bei. (Quelle: NSU-Watch.info)

14.05.2013 – In der Brandenburger Straße in der Potsdamer Innenstadt fällt ein 24-jähriger Bauarbeiter wegen einer tätowierten Triskele auf dem Oberarm auf. Ein_e Passant_in benachrichtigt deswegen die Polizei, die jedoch nur dazu auffordert, die Tätowierung abzudecken. Ein Ermittlungsverfahren wird offenbar nicht eingeleitet. Eine Triskele ist ein vereinfachtes Hakenkreuz, das als Abzeichen einer SS-Division, als Symbol einer rassistischen Partei in Südafrika und als Zeichen des verbotenen neonazistischen “Blood&Honour”-Netzwerkes genutzt wird. (Quellen: PNN, APAP)

18.05.2013 – Am Waldstadt-Center hält die rechtskonservative Partei “Die Republikaner” einen Infostand mit drei Personen ab. Auch Potsdamer Neonazis lassen sich im Umfeld des Infostandes blicken. (Quellen: Potsdam Vibes, Potsdam bekennt Farbe)

18.05.2013 – Mindestens ein Potsdamer Neonazi ist Teil der Sicherheitsstrukturen eines Rechtsrockkonzertes in Finowfurt. Das Konzert ist eine der größten Neonazi-Veranstaltungen in Brandenburg seit Jahren und wird wegen „Hitlergrüßen“ frühzeitig von der Polizei aufgelöst. (Quellen: Antifaschistisches Infoblatt, Indymedia)

21.05.2013 – Antifaschist_innen aus Potsdam veröffentlichen Informationen über den Potsdamer Neonazi Martin Kl.. Er absolviert eine Ausbildung zum Erzieher am Oberstufenzentrum „Johanna Just“. Kl. ist im Umfeld der „FKP“ tätig, nahm an deren Fackelaufzügen teil und engagiert sich als Ordner bei Rechtsrockveranstaltung auf dem Gelände von Klaus Mann in Finowfurt. (Quelle: Indymedia)

31.05.2013 – Die neonazistische Gruppierung „Licht und Schatten“ droht auf ihrer Facebook-Seite dem antifaschistischen „ULTRASH-Festival“ auf dem Gelände des “freiLand” indirekt mit Gewalt. Gezeigt wird ein Bild einer Straßenschlacht mit dem Zusatz “Wer hat lust zu spielen”(sic!). (Quelle: APAP)

Juni

08.06.2013 – Die neue rechtspopulistische Partei “Alternative für Deutschland” führt am Brandenburger Tor einen Infostand durch, um Unterschriften für die Zulassung zur Bundestagswahl zu sammeln. (Quellen: APAP, Potsdam Vibes)

15.06.2013 – Die rechtspopulistische und verschwörungsideologische Partei “Neue Mitte” führt auf dem Luisenplatz in der Potsdamer Innenstadt einen Wahlkampf-Infostand durch. (Quelle: APAP)

15.06.2013 – Beim Fußballspiel des “SV Babelsberg 03 II” gegen den ”FC Stahl Brandenburg” fallen mindestens 30 Gästefans durch neonazistische Äußerungen auf. Unter den Gästen auf der „Sandscholle“ sind auch bekannte Neonazi-Kader aus Brandenburg, sowie Neonazis aus Potsdam und anderen Regionen. Einige der Gästefans tragen Kleidung von neonazistischen Labels oder Kleidung mit neonazistischen Aufdrucken wie “Good Night Left Side”. Nach dem Spiel liefert sich die Gruppe kleinere Auseinandersetzungen mit der Polizei, bei der die Personalien von 21 Gästefans festgestellt werden sowie Anzeigen wegen Landfriedensbruch gefertigt werden. (Quellen: APAP, MAZ)

28.06.2013 – Die neue rechtspopulistische Partei “Alternative für Deutschland” führt am Johannes-Kepler-Platz einen Infostand durch, um Unterschriften für die Zulassung zur Bundestagswahl zu sammeln. (Quellen: APAP, Potsdam Vibes)

29.06.2013 – Die Rechtsrock-Band “Burn Down” mit ihrem Sänger Uwe Menzel, aus Potsdam spielt zum Sommerfest der neonazistischen Partei “Die Rechte”. Das Konzert findet auf dem Grundstück ihres Landeschefs Klaus Mann in Finowfurt statt. (Quelle: APAP)

Juli

03.07.2013 – Nach einem Testspiel des “SV Babelsberg 03” gegen den “1. FC Union Berlin” wird ein junger Babelsberg-Anhänger am S-Bahnhof Babelsberg antisemitisch beleidigt und körperlich angegriffen. (Quelle: APAP)

09.07.2013 – Auf der Zeppelinstraße hinterlassen Neonazis bedruckte Schnipsel mit Bezug auf den vor fünf Jahren verstorbenen David Fischer und propagieren so eine vermeintliche “Ausländerkriminalität”. (Quelle: APAP)

10.07.2013 – Mindestens zwei Personen verkleben in Babelsberg in größeren Mengen Sticker der Jugendorganisation der NPD “Junge Nationaldemokraten”. (Quelle: APAP)

10.07.2013 – Aus einem schwarzen Kleinwagen heraus pöbeln Unbekannte gegen Besucher_innen des linken Szene-Treffpunkt “Black Fleck” in der Zeppelinstraße. Sie rufen unter anderem “Verpisst euch, Scheiß Zecken!”. (Quelle: APAP)

30.07.2013 – Die neokonservative und rechtspopulistische Partei “Alternative für Deutschland” hängt in der Potsdamer Innenstadt erste Bundestags-Wahlplakate mit eurofeindlichen Inhalten auf. (Quelle: APAP)

August

Anfang August – Die rassistische und neonazistische Partei “Republikaner” hängt im Stadtteil Waldstand erste Plakate zur Bundestagswahl 2013 auf. (Quelle: APAP)

03.08.2013 – Während des Fußballspiels zwischen dem “SV Babelsberg 03” und dem “1. FC Lokomotive Leipzig” geben Gästefans neonazistische Gesänge wie “NSU! NSU!” oder “Zick, Zack, Zigeunerpack” von sich. Eine ungefähr 10 Personen starke Gruppe von Neonazis steht zu Beginn des Spiels im Heimbereich des “Ostblocks” im Karl-Liebknecht-Stadion. Unter ihnen ist auch der Neonazi Oliver Oe., der im Potsdamer “Tram-Prozess” zu einer mehrjährigen Haftstraße verurteilt wurde. Vor Spielbeginn versuchen neonazistische Leipzig-Fans, die antifaschistischen Babelsberg-Fans anzugreifen. Während des Spiels werden die antifaschistischen Fans der Nordkurve mit Steinen beworfen, eine Person trägt dabei eine Platzwunde am Kopf davon. (Quellen: ARPU, APAP)

06.08.2013 – Mitglieder der neokonservativen und rechtspopulistischen Partei “Alternative für Deutschland” hängen am späten Abend im Potsdamer Stadtteil Waldstadt Wahlplakate zur Bundestagswahl auf. (Quelle: APAP)

07.08.2013 – Ein Exhibitionist ruft in Babelsberg nach dem Eintreffen der Polizei neonazistische Parolen und bewirft die Beamten mit Lebensmitteln. (Quelle: MAZ)

18.08.2013 – Beim Spiel des “SV Babelsberg 03” gegen den “FSV Zwickau” sind bekannte Neonazis aus Potsdam und Zwickau anwesend. Ein Fan aus Zwickau zeigt den „Hitlergruß“, andere tragen Kleidung von einschlägigen Labels oder mit neonazistischen Aufdrucken. Die neonazistische Fangruppe “A-Block” aus Zwickau solidarisiert sich mit den neonazistischen Fans des “1. FC Lokomotive Leipzig”. Hinter dem “A-Block”-Transparent stehen auch neonazistische Kameradschaftskader aus Zwickau. (Quelle: APAP)

20.08.2013 – Der Ortsbereich Beelitz/Potsdam der NPD hält einen Stammtisch ab. Zu Besuch sollen dabei auch der Vorsitzende des NPD-Landesverbandes Brandenburg Klaus Beier und seine Familie gewesen sein. (Quelle: APAP)

30.08.2013 – In der Nacht verkleben Neonazis in den Stadtteilen Waldstadt, Stern, Kirchsteigfeld sowie in Babelsberg selbstgedruckte Plakate, um vor einem vermeintlichen “Volkstod” zu warnen. (Quelle: APAP)

31.08.2013 – Der Potsdamer Direktkandidat Christoph Hörstel für die Bundestagswahlen 2013 führt mit der verschwörungsideologischen Band “Die Bandbreite” am Brandenburger Tor eine Wahlkampf-Kundgebung durch. (Quelle: APAP)

September

07.09.2013 – Die rechtspopulistische Partei “Alternative für Deutschland” baut am Nauener Tor einen Infostand auf und verteilt Flyer an die Passant_innen. (Quelle: Potsdam Vibes)

07.09.2013 – Die „Antifaschistische Recherche_Potsdam//Umland“ veröffentlicht Informationen über den bekannten NPD-Kader Maik Schneider. Er holt momentan sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg an der „Heinrich von Kleist Schule“ nach. Schneider sitzt für die NPD im Kreistag Havelland und nimmt regelmäßig an neonazistischen Kundgebungen und Aufmärschen teil. (Quelle: ARPU)

08.09.2013 – Am frühen Morgen wird eine Person auf dem Weg zum S-Bahnhof Teltow unvermittelt von einem Mann angegriffen. Dem 19-Jährigen kommen zwei Männer entgegen. Als sie auf gleicher Höhe sind, wird er beschimpft. Einer der Beiden schlägt dem Betroffenen mit der Faust gegen den Kopf und geht weiter. Eine Polizeistreife kann den Angreifer und seinen Begleiter wenig später stellen. (Quellen: Opferperspektive, MAZ)

13.09.2013 – Die rechtspopulistische Partei “Alternative für Deutschland” baut auf dem Luisenplatz einen Infostand auf und verteilt Flyer an die Passant_innen. Mit dabei ist auch ihr Info-Mobil mit Münchener Kennzeichen. (Quelle: APAP)

16.09.2013 – Ein Unbekannter beschimpft in der Straßenbahn zwischen Burgstraße und Alt Nowawes mehrere Menschen rassistisch und zeigt mehrfach den „Hitlergruß“. (Quelle: PNN)

17.09.2013 – In der Nacht verkleben Neonazis aus Potsdam und Umgebung anlässlich der Bundestagswahl Plakate der Gruppierung “Licht und Schatten” mit dem thematischen Bezug zum “Volkstod”. Die Plakate kleben u.a. in den Stadtteilen Waldstadt, Rehbrücke, Stern, Schlaatz, Kirchsteigfeld, Geltow sowie im Potsdamer Umland. (Quelle: APAP)

18.09.2013 – Die rechtspopulistische und rassistische Partei “Pro Deutschland” macht eine Wahlkampftour durch Potsdam. Auf Zwischenstopps in der Potsdamer Innenstadt Am Kanal, auf der Brandenburger Straße sowie am Flüchtlingswohnheim am Schlaatz verbreiten sie rassistische, sexistische und homophobe Sprüche. Vor allem Generalsekretär Lars Seidensticker fällt durch massive Beleidigungen von Gegendemonstrant_innen auf. (Quellen: APAP, Potsdam Vibes)

20.09.2013 – Die NPD führt eine Wahlkampf-Kundgebung am Johannes-Kepler-Platz durch. Der stellvertretende Parteivorsitzende für Brandenburg Matthias Faust sowie das Mitglied des Bundesvorstandes Ronny Zasowk halten Reden, in denen sie rassistisch gegen Flüchtlinge und Einwanderer_innen hetzen. (Quellen: APAP, Potsdam Vibes)

21.09.2013 – Am späten Abend vor der Bundestagswahl hängen Potsdamer Neonazis der Gruppierung “Licht und Schatten” Transparente vor Wahllokalen auf und hinterlassen Schnipsel, mit denen sie für ihre Gruppe werben. Mit den Parolen “Volkstod stoppen!!!” oder “Die Demokraten beerdigen das Deutsche Volk” versuchen die Neonazis, die Wahlen zu delegitimieren und warnen vor dem vermeintlich drohenden „Volkstod“. Außerdem verschließen sie die Türen von mindestens einem Wahllokale mit Eisenketten und Kabelbindern. (Quellen: APAP, PNN)

22.09.2013 – Zu den Bundestagswahlen wählen 13 166 Menschen in Potsdam und Umgebung (Wahlkreis 61) mit ihrer Zweitstimme neonazistische oder rechtspopulistische Parteien (NPD, Republikaner, Pro Deutschland, Alternative für Deutschland). Mit ihrer Erststimme votieren allein 3 147 Menschen für den Direktkandidaten der NPD Florian Stein. (Quelle: Bundeswahlleiter)

29.09.2013 – In der Nacht sprühen Neonazis vor dem Standort eines geplanten Wohnhauses für Asylbewerber_innen in der Heinrich-Mann-Allee Hakenkreuze sowie rassistische und neonazistische Parolen auf den Gehweg. (Quellen: APAP, Polizeibericht)

30.09.2013 – Auf der Bürger_innenversammlung über das geplante Asylbewerber_innenheim äußern sich vereinzelt Besucher_innen rassistisch über Flüchtlinge. Auch der Verschwörungsideologe und Gründer der rechtspopulistischen Parteien “Neue Mitte” und “Deutsche Mitte” Christoph Hörstel äußerte sich und versuchte mit Suggestivfragen, rassistische Stimmung gegenüber Geflüchteten zu erzeugen. (Quellen: APAP, Potsdam Vibes)

Oktober

Anfang Oktober – Im Potsdamer Stadtteil Groß Glienicke werden Sticker der NPD sowie anderer neonazistischer Organisationen verklebt. Motive sind unter anderem rassistische Parolen über Geflüchtete und völkische Kritik am Euro und der Europäischen Union. (Quelle: APAP)

06.10.2013 – Am Rande einer von Flüchtlingen organisierten Demonstration in Teltow tauchen vereinzelt Neonazis auf und versuchen die Demoteilnehmer_innen zu provozieren und zu fotografieren. Zwei Neonazis zeigen den „Hitlergruß“. Im Vorfeld wurden in Teltow bereits massiv Sticker mit neonazistischen und islamfeindlichen Inhalten verklebt. (Quellen: Potsdam Vibes, APAP)

09.10.2013 – In der Heinrich-Mann-Allee in Waldstadt werden an mindestens drei Haltestellen neonazistische Kratzereien festgestellt. Zu lesen sind die Parolen „Werde Aktiv“, „Frei Sozial National“ und „BRD=Volkstod“. (Quelle: APAP)

21.10.2013 – An den drei Standorten der Universität Potsdam Griebnitzsee, Neues Palais und Golm verkleben Neonazis große Mengen Sticker der „Identitäre Bewegung“. Auch in der Potsdamer Innenstadt werden in der Charlottenstraße und am Luisenplatz Aufkleber angebracht. (Quelle: APAP)

23.10.2013 – Am Neubau des Potsdamer Stadtschlosses wird am späten Abend ein Transparent, auf dem ein Hakenkreuz zu sehen ist, aufgehangen. Darunter steht die Parole „Die Welt soll sehen“. (Quellen: PNN, MAZ)

25.10.2013 – An einem rassistischen Aufmarsch von Neonazis und Bürger_innen gegen die geplante Einrichtung für Geflüchtete in Pätz/Bestensee nehmen mindestens zwei bekannte Potsdamer Neonazis teil. (Quelle: APAP)

26.10.2013 – In der Potsdamer Innenstadt werden an Verkehrsschildern sowie an mindestens zwei Döner-Imbissen Sticker mit islamfeindlichem Inhalt geklebt. (Quelle: APAP)

November

08.11.2011 – Bei dem Fußballspiel des „SV Babelsberg 03“ gegen den „1. FC Magdeburg“ zeigen mindestens fünf Magdeburg-Fans den „Hitlergruß“ und rufen unter anderem „Scheiß Antifa“. (Quelle: APAP)

09.11.2013 – Unbekannte bringen neben dem ehemaligen Standort der Synagoge den antisemitischen Schriftzug „JOG“ („Jewish Occupied Government“) an. Auch mehrere Tage nach der Entdeckung wurde der Schriftzug durch die Stadt nicht entfernt. (Quelle: PNN)

11.11.2013 – Am frühen Abend hängen Unbekannte eine Hakenkreuzfahne von der Eisenbahnbrücke am S-Bahnhof Babelsberg. Die Polizei nimmt die Fahne am späten Abend ab und leitet ein Ermittlungsverfahren wegen des „Verdachtes“ der Verwendung verfassungsfeindicher Kennzeichen ein. (Quellen: Polizeibericht, APAP)

12.11.2013 – Unbekannte bringen auf der Gedenktafel am ehemaligen Standort der Synagoge in der Potsdamer Innenstadt neonazistische Sticker an. (Quelle: APAP)

17.11.2013 – Ungefähr 25 Neonazis halten anlässlich des Volkstrauertages eine Kundgebung mit Fackeln in einem Potsdamer Waldstück ab. Außerdem hängen sie an mehreren Orten Transparente mit geschichtsrevisionistischen Inhalten auf. Die Aktion wird von der Neonazi-Gruppierung „Licht und Schatten“ initiiert. (Quelle: „Licht und Schatten“, APAP)

18.11.2013 – An einer Bürger_innenversammlung in Bad Belzig zu einer geplanten Unterkunft für Geflüchtete nimmt der bekannte Neonazi Maik Eminger, Zwillingsbruder vom angeklagten NSU-Unterstützer André Eminger, teil. Eminger erscheint zusammen mit lokal aktiven Neonazis, die wiederholt versuchen, das Wort zu ergreifen und gegen Asylbewerber_innen zu hetzen. (Quellen: Presseservice Rathenow, APAP)

19.11.2013 – In Oderberg nimmt mindestens ein bekannter Potsdamer Neonazi an einer rassistischen Kundgebung der Partei „Die Rechte“ gegen eine geplante Unterkunft für Geflüchtete teil. (Quelle: APAP)

25.11.2013 – Während einer Bürger_innenversammlung, bei der die Unterbringung von Flüchtlingen im Stadtteil Potsdam-West thematisiert wird, hängen Neonazis der Gruppe „Licht und Schatten“ ein Transperent mit rassistischen Parolen vor dem Gebäude auf. Auch an der Lenné-Schule wird ein ähnliches Transparent entdeckt und entfernt. (Quellen: Potsdam Vibes, APAP)

Dezember

07.12.2013 – Am Neubau des Potsdamer Stadtschlosses und entlang der Friedrich-Ebert-Straße verkleben Neonazis Sticker mit völkischen und rassistischen Inhalten. (Quelle: APAP)

09.12.2013 – In einem Wohngebiet in der Teltower Vorstadt werden kopierte Zeitungsartikel aus der NPD-Zeitung „Deutsche Stimme“ in Briefkästen verteilt. Der Zeitungsartikel propagiert eine völkische Interpretation des Weihnachtsfestes. (Quelle: APAP)

15.12.2013 – In Kleinmachnow entdecken Mitarbeiter_innen einer Sicherheitsfirma an einer Tür der evangelischen Schule Brandrückstände sowie ein Hakenkreuz und die Parole „Sieg Heil“, welche in die Tür eingeritzt wurden. (Quelle: PNN)