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Chronik neonazistischer Aktivitäten in Potsdam und Umgebung für den Zeitraum Januar bis Juni 2011

Freitag, Juli 1st, 2011

Chronik neonazistischer Aktivitäten in Potsdam und Umgebung für den Zeitraum Januar bis Juni 2011

Seit Beginn diesen Jahres verbreiten Neonazis in Potsdam und dessen Umland weiterhin jeden Monat ihr menschenverachtendes Gedankengut durch Internetpublikationen oder verteilte Propaganda auf den Straßen. Diese stetige Aktivität konnte auch schon letztes Jahr beobachtet werden, siehe «Chronik neonazistischer Aktivitäten in Potsdam und Umgebung 2010». In der vorliegenden Chronik sind vor allem die Aktivitäten der NPD, der «Alternativen Jugend Potsdam» (AJP) und der «Freie Kräfte Potsdam» (FKP) aufgeführt und mit Daten über neonazistische Gewalt in Potsdam und Umland ergänzt, die im ersten Halbjahr stattfanden.
Diese Chronik kann nicht als vollständiger Bericht für den angegebenen Zeitraum gesehen werden, da sehr oft Betroffene von neonazistischer oder rassistischer Gewalt ihre Erfahrungen aus Angst nicht äußern und sie somit nicht öffentlich gemacht werden. Die Chronik ist ein Versuch, Neonaziaktivitäten im Raum Potsdam und Umland zu erfassen. Dabei dienen zahlreiche Berichte aus der Lokalpresse, der «Opferperspektive e.V.», der «[a] antifaschistische linke potsdam» (AALP) und dem «Antifaschistischen Pressearchiv Potsdam» (APAP) als Datengrundlage. Ebenfalls sind aber auch Aktionen und Berichte der Neonazis selbst mit angeführt.

Kurz gefasst: Bedrohungsszenario und Nazigewalt in Potsdam-Waldstadt

In unserer letzten Pressemitteilung «Neonazistische Gewalt in Potsdam – 6 Übergriffe in kurzer Zeit» vom 22.03.2011 betrachteten wir den Stadtteil Waldstadt und berichteten von der dortigen Situation, welche sich von Beginn des Jahres bis Mitte März zugespitzt hatte [1]. Auch nach unserer Veröffentlichung folgten weitere Propagandaaktionen wie auch Bedrohungen durch Neonazis gegenüber dort wohnenden vermeintlichen Antifaschist_innen. Die Neonazis agieren dabei immer wieder unter dem Label «P.A.C.». Dieses tauchte erstmals am 23.09.2010 in Kombination mit diversen Naziparolen im Vorfeld der antifaschistischen Demonstration «wake up» vor einer Wohnung mutmaßlich linker Jugendlicher in der Waldstadt II auf. Zwei Tage später folgten Sprühereien mit dem «P.A.C.»-Label in Verbindung mit der Parole «summer of hate reloaded». Diese wurden großflächig entlang der Route der Demonstration gesprüht und mit Aufklebern der «Anti-Antifa Potsdam» mit gleichem Inhalt ergänzt. Weitere identische Sprüherein wurden dann erneut am 27.03.2011 am Kahleberg und an der Bibliothek in der Waldstadt II entdeckt.


Bild 1

Letzte Aktivitäten der Potsdamer Neonazis unter dem Label «P.A.C» zeichneten sich Anfang April ab. In der Nacht zum 02.04. wurden erneut Parolen an Häuserwänden gesprüht und die Betroffenen dabei namentlich benannt um diese einzuschüchtern. Unterzeichnet wurden diese Drohungen wieder mit dem Label «P.A.C.» und dem Zusatz «watching you». Einen Tag später entdeckten Antifaschist_innen weitere (ca. 60) neonazistische Sprühereien im Potsdamer Stadtteil Waldstadt II. Darunter befanden sich neben Parolen, die gegen «die Antifa» gerichtet waren, auch einige antisemitische Schmierereien sowie Keltenkreuze, als auch der Spruch «2011 Summer of Hate Reloaded». Alle Sprühereien können den Neonazis unter dem Label «P.A.C.» zugerechnet werden. Bislang ist nicht bekannt wofür diese Abkürzung steht. Spekulationen, ob sich die Neonazis hierbei von «R.A.C.» («Rock Against Communism» [2]) inspirieren ließen und dadurch auf «P.A.C.» («Potsdam Against Communsim») kamen, können noch nicht bestätigt werden. Zumindest die «anti-antifaschistische» Ausrichtung ihrer Aktionen und Sprühschablonen sprechen dafür.

Wahrscheinlich aus dem gleichen Kreis der Neonazis stammen auch Teile der Täter_innen der letzten drei versuchten als auch direkten Angriffe, welche zwischen dem 22.05. und dem 17.06. in der Nähe der Waldstadt sowie am Stern stattfanden.
Ersterer geschah gegen 2:15 Uhr am 22.05. und richtete sich gegen Besucher_innen des «Ultrash» Festivals, welche in einem Nachtbus auf dem Weg nach Hause angegriffen wurden. Dabei wurde ein_e Festivalbesucher_in aus einer 8-köpfigen Gruppe Neonazis heraus angepöbelt und anschließend ins Gesicht geschlagen. Ein paar Haltestellen weiter wurden die Neonazis daraufhin mit Hilfe anderer Fahrgäste aus dem Bus herausgedrängt. Die Neonazis wollten wiederum gewaltsam in den Bus drängen. Mit einem Tischbein rammten sie dann von außen eine Scheibe des Busses ein, woraufhin der Busfahrer losfuhr. Dieser ließ alle Insass_innen aber wenige Haltestellen später, mitten im Schlaatz, aussteigen. Aus der Gruppe der Neonazis, von der eine Person einen sogenannten Irokesenhaarschnitt trug, fielen auch die Worte: «Du scheiß Antifafotze, ich zeig dir was Ultrash heißt».
Der zweite Angriff ereignete sich nur ungefähr eine dreiviertel Stunde später. Hierbei kam es glücklicherweise zu keiner direkten Konfrontation. Drei Jugendliche hörten in der Waldstadt plötzlich das Geräusch von Eisenstangen, die auf Beton schlugen. Kurz darauf entdeckten sie eine Gruppe von ca. 15 teilweise Vermummten, die unter «Da sind sie die scheiß Zecken!» Rufen auf sie zu stürmten. Einige der Angreifer_innen hatten Knüppel bzw. Stangen in den Händen. Die drei Betroffenen konnten jedoch fliehen.
Der dritte und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Chronik jüngste Angriff geschah am 17.06., hier wurde eine Person, die gerade dabei war einen Neonaziaufkleber zu entfernen, von einer 4-köpfigen Gruppe in der Max-Born-Straße im Stern zuerst angepöbelt und dann getreten. Als der Betroffene flüchtet, wird er noch kurzzeitig von zwei Personen aus der Gruppe verfolgt.

«FKP» als zentrale Akteure – NPD schwächelt – «AJP» scheintot

Als zentrale organisierte neonazistische Akteure können in der ersten Hälfte des Jahres die «Freie Kräfte Potsdam» ihre Stellung behaupten, auch wenn sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weniger öffentliche Aktionen vorzuweisen haben. Denn sie verschliefen sowohl den Todestag von «SA-Shootingstar» Horst Wessel (23.02.), die «Nacht von Potsdam» (14.04.) als auch den Geburtstag Adolf Hitlers (20.04.) welche in den Vorjahren feste Daten im Aktionskalender der Potsdamer Neonazis waren.
Dafür waren sie am 17.06. in der Waldstadt anzutreffen. Hier versammelte sich eine Gruppe von ca. 10 Neonazis der «FKP» mit einem Transparent auf dem Parkplatz des Waldstadt-Center. Dabei trugen sie weiße Masken, verstreuten Schnipsel und hielten mittels eines Megaphons einen Redebeitrag. In diesem, sowie auf ihrem mitgebrachten Transparent und den Schnipseln, beschworen sie einmal mehr den sogenannten «Volkstod». Weiterhin wurde auf den Todestag von David Fischer, eines Jugendlichen der vor 5 Jahren bei einer Auseinandersetzung in der Potsdamer Innenstat starb, Bezug genommen und in den Kontext des rassistischen Konstruktes der «Ausländerkriminalität» gesetzt.

Auch die NPD Potsdam trat im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit weit weniger Propaganda öffentlich auf und muss mit dem Austritt von Marcel Guse einen herben Schlag hinnehmen. Der Stadtverbandsvorsitzende trat Anfang Mai aus der NPD aus und kam damit laut NPD Havel-Nuthe einem «Antrag auf Ausschluss» zuvor [3]. Inwiefern dadurch die generelle Existenz dieser Struktur gefährdet ist, bleibt abzuwarten, war doch Guse aktivster und einziger öffentlicher Akteur des Potsdamer NPD Stadtverbandes. Zumindest wird sein Wegbruch die Potsdamer NPD Struktur massiv schwächen.

Ebenfalls geschwächt scheinen die aktionsorientierten Jungnazis der «Alternative Jugend Potsdam» zu sein. Diese hatten ihren letzten großen Auftritt bekanntlich am 25. September letzten Jahres, als sie die Fachhochschule in der Potsdamer Innenstadt großflächig mit der Parole «NS Jetzt» besprühten. In den darauf folgenden neun Monaten war es sehr ruhig um sie. In dieser Zeit veröffentlichten sie lediglich zwei sogenannte Aktionsberichte. Den ersten bezüglich des jährlichen Neonaziaufmarsches in Magdeburg (16.01.) und den zweiten über die versuchte Teilnahme an einer Tierrechts- und Umweltschutzdemonstration in Berlin (22.01.). Zuletzt marschierten sie dann am 26.03. in der Stadt Brandenburg vor der örtlichen Justizvollzugsanstalt auf. Mit ihrem Transparent «Meinungsfreiheit durchsetzen! Freiheit für Horst Mahler» begaben sie sich auch diesmal wieder in ein Gemenge aus Nazipropaganda, Holocaustleugnung und noch immer nicht Verstorbenen, um zusammen gegen die Inhaftierung von Horst Mahler zu protestieren. Jenes Transparent zeigten sie erstmals im Juni 2009 bei einer Fahrt zur Gedenkstätte nach Oświęcim/Auschwitz. In einem anschließenden Bericht leugneten die Neonazis der «AJP» dabei klar die Shoa [4].

Auch wenn das Auftreten der NPD- oder AJP- Strukturen momentan in Potsdam nicht so präsent ist, können wir nicht bestätigen, dass neonazistische Aktivitäten im Raum Potsdam abnehmen. Die folgende Chronik zeigt, dass die Aktionsformen vielfältig, die Potsdamer Neonazis offensiv und ihre Strukturen brandenburgweit und bundesweit untereinander vernetzt sind. Gerade das Gewaltpotential, welches vor allem im Potsdamer Stadtteil Waldstadt sichtbar wird, zeigt die aktuelle Gefahr die von Neonazis ausgeht.
Auch wenn menschenverachtende Übergriffe in regionalen Polizeiberichten nicht auftauchen, heißt es noch lange nicht, dass diese nicht stattfinden. Die Betroffenen haben größtenteils Angst vor nachfolgender Gewalt, so dass sie keine Anzeigen machen. Mit dieser Chronik soll ein kleiner Weg bereitet werden, das Schweigen Stück für Stück zu brechen und die real stattfindende Neonazi-Gewalt in Potsdam aufzuzeigen.

Januar

01.01.2011 – Flyeraktion der «Freie Kräfte Potsdam» zur «Volkstodkampagne», hauptsächlich in der Waldstadt (Quelle: «FKP», APAP)

07.01.2011 – Jahresrückblick der »Freien Kräfte» aus Teltow-Fläming, auch Potsdamer Neonazis sind anwesend. (Quelle: «FKP»)

08./09.01.2011 – Hauptversammlung des NPD Kreisverband Havel-Nuthe mit Wahl des Kreisverbands. (Quelle: NPD)

15.01.2011 – Demonstration in Magdeburg, ca. 15 Neonazis aus Potsdam sind anwesend. (Quelle: «AJP», APAP)

16.01.2011 – Ein alternativer Jugendlicher wird am Nachmittag in der Waldstadt von zwei Neonazis bedroht und geschlagen. Die beiden Täter wollen von ihm Namen von «Antifa»-Mitgliedern erpressen. Der alternative Jugendliche erhält einen Faustschlag gegen die Stirn und ein Ohrring wird ihm abgerissen. (Quelle: APAP)

22.01.2011 – «Wir haben es satt!» – Demonstration in Berlin. Potsdamer («AJP») und Berliner Neonazis versuchen sich mit einem antisemitischen Transparent, mit der Aufschrift «Wir haben es satt – Dem schächten ein Ende setzten», unter die Demonstrant_innen zu mischen. Nach kurzer Zeit werden sie der Demo verwiesen. (Quelle: APAP)

22./23.01.2011 – Potsdamer Neonazis aus dem Umfeld der «Freie Kräfte Potsdam» besuchen das Grab Friedrichs II.
Anlass ist dessen 299. Geburtstag. Die Neonazis legen das Logo des «Infoportal Potsdam» mit Kartoffeln neben das Grab am Schloss Sanssouci. (Quelle: «FKP», APAP)

27.01.2011 – Neonazis bringen einen Teil der Schleife des Gedenkkranzes der Partei Die Linke an der Tür vermeintlich linker Jugendlicher in der Waldstadt an, den sie zuvor vom Platz der Einheit entfernt haben. (Quelle: AALP)

27.01.2011 – NPD Stammtisch in der Wiesenbaude Potsdam (Quelle: APAP, PNN vom 09.02.11)

29.01.2011 – Nazi-«Solikonzert bei Polen» (wahrscheinlich bei Klaus Mann in Finowfurt) für die im Februar geplanten Nazigroßaufmärsche in Dresden. 200-300 Nazis sollen sich die NS-Bands «Exzess» (Brandenburg), «Burn Down» (Potsdam), «Blitzkrieg» (Chemnitz) und «Legion of Thor» (Berlin) angesehen haben. (Quelle: Oire Szene)

Februar

02.02.2011 – In der Nacht zum 3. Februar verkleben Neonazis Mobilisierungsplakate für den Naziaufmarsch am 13. und 19. Februar in Dresden. (Quelle: APAP)

12.02.2011 – Unbekannte haben rechtsextreme Parolen an die Glienicker Brücke zwischen Potsdam und Berlin geschmiert. Die Berliner und Brandenburger Polizei wurde am Samstag an die gemeinsame Landesgrenze nach Wannsee gerufen. Sie veranlassten, die Schriftzüge an Metalltüren unterhalb der Brücke zu beseitigen. Die Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung.(Quelle: Polizeibericht, PNN)

19.02.2011 – Neonaziaufmarsch in Dresden. Mit dabei Potsdamer Neonazis der «FKP» und «AJP». (Quelle: APAP)

23.02.2011 – Potsdamer Neonazis nehmen an einer Gedenkveranstaltung auf dem Nicolaifriedhof in Berlin teil und leisten einen «Treueschwur». Gedacht wird dem am 23. Februar 1930 gestorbenen Nationalsozialisten Horst Wessel. (Quelle: «FKP», APAP)

26.02.2011 – Am Stern wird ein mutmaßlicher Antifaschist in einer Straßenbahn von drei Neonazis beleidigt. Sie versuchen die betroffene Person aus der Straßenbahn zu ziehen. Durch das Einschreiten des Straßenbahnfahrers lassen die Täter von der Person ab und flüchten. (Quelle: APAP)

März

05.03.2011 – Ein vermeintlich linker Jugendlicher wird am späten Abend in der Waldstadt II von einer Gruppe Neonazis angegriffen und ins Gesicht geschlagen. Die ca. 8 Neonazis versuchen den Betroffenen anschließend vom Fahrrad zu ziehen, was jedoch nicht gelingt. Unter «Scheiß Antifa!» Rufen rennen ihm einige Neonazis noch ein Stück hinterher. Der Betroffene kann glücklicherweise entkommen, trägt aber eine blutige Nase und eine aufgeplatzte Lippe davon. (Quelle: AALP, APAP)

05.03.2011 – Ein mutmaßlicher Antifaschist wird in der Waldstadt von mehreren Neonazis angepöbelt und anschließend verfolgt. Der Betroffene kann entkommen. (Quelle: APAP)

08.03.2011 – In der Nähe einer Kundgebung des «Bündnis 8. März» auf dem Magnus-Zeller-Platz zeigt ein Neonazis mehrfach den sogenannten Hitler-Gruß. (Quelle: APAP)

08.03.2011 – Ein Antifaschist wird im Caputher Heuweg (Waldstadt II) von einer Gruppe von ca. 10 Neonazis angepöbelt und verfolgt. Der Betroffene kann entkommen. (Quelle: APAP)

12.03.2011 – Ein vermeintliche Antifaschist wird in einem Zug kurz vor Potsdam von einem Neonazi mit einer Glasflasche angegriffen und damit ins Gesicht geschlagen. Der Täter steigt am Bahnhof Rehbrücke aus und flüchtet in Richtung Waldstadt. Der Betroffene muss daraufhin stationär behandelt werden. (Quelle: APAP)

23.03.2011 – Von Babelsberg ausgehend verkleben mehrere Neonazis eine große Stückzahl von «Summer of Hate reloaded» Aufklebern. Geklebt wird in der Plantagenstraße über das Rathaus Babelsberg weiter nach Zentrum-Ost. Ein Jugendlicher der die Neonazis dabei zufällig beobachtet muss anschließend vor ihnen flüchten. (Quelle: APAP)

26.03.2011 – Die Potsdamer Neonaziband «Burn Down» spielt auf einem Solidaritätskonzert für den Dortmunder «Antikriegstag»-Naziaufmarsch am 3.09.2011. Mit dabei sind weitere Bands der rechten Szene. Rund 200 Neonazis sollen anwesend gewesen sein. (Quelle: Oire Szene)

27.03.2011 – Zwei Neonazis verfolgen einen jungen Linken im Kaufland in der Waldstadt. Der Betroffene kann entkommen. (Quelle: APAP)

27.03.2011 – In der Waldstadt II entdecken Antifaschist_innen einige «Summer Of Hate Reloaded» Sprühschablonen am Kahleberg und an der Bibliothek. (Quelle: APAP)

30.03.2011 – An die Wohnungstür eine_r/s mutmaßlicher Antifaschist_in/en (in der Waldstadt) wird ein «Summer Of Hate Reloaded» Aufkleber geklebt. (Quelle: APAP)

April

01./02.04.2011 – An den Wohnblock eine_r/s in der Waldstadt wohnenden vermeintlichen Antifaschist_in/en wird «*nachname* watching you pac» gesprüht. (Quelle: APAP)

02.04.2011 – In Potsdam-West werden Flyer des NPD-Landesverbandes Brandenburg verteilt, im gleichen Zeitraum wurde in Potsdam-West zwischen Stormstraße und Kastanienalle massiv Nazipropaganda geklebt.(Quelle: APAP)

03.04.2011 – In der Waldstadt II entdecken Antifaschist_innen circa 60 neonazistische Sprühereien. Darunter befinden sich neben Parolen gegen «die Antifa» auch einige antisemitische Schmierereien sowie Keltenkreuze und der Spruch «2011 Summer of Hate Reloaded». (Quelle: APAP)

16.04.2011 – Die Potsdamer Band «Preussenstolz» spielt auf einem Neonazikonzert in «Westdeutschland». Neben ihnen spielen noch die Bands «Radikahl» und «Propaganda». (Quelle: Oire Szene)

Mai

07.05.2011 – In der Voltastraße in Babelsberg werden mehrere neonazistische Schmierereien entdeckt. Darunter befinden sich neben Haken- und Keltenkreuzen auch Schriftzüge wie «NS-JETZT» oder «Juden SVB». Unterzeichnet sind die Parolen mit dem Label «CM», welches für die Fangruppierung «Crimark» des Fußballclubs Union Berlin steht. (Quelle: APAP)

11.05.2011 – Der Potsdamer NPD Vorsitzende – Marcel Guse – verlässt die NPD. Laut dem Kreisverband Havel-Nuthe, traf dieser seine Entscheidung «wegen unüberbrückbarer politischen Differenzen» und soll damit einem «Antrag auf Ausschluß» zuvor gekommen sein. (Quelle: NPD)

11.05.2011 – In der Waldstadt II entfernen Antifaschist_innen zahlreiche Neonaziaufkleber der sogenannten «Volkstodkampagne» der «Freie Kräfte Potsdam». (Quelle: APAP)

13.05.2011 – In der Waldstadt II entdecken Antifaschist_innen erneut eine «Summer Of Hate Reloaded» Sprühschablone am Kahleberg. Diese ist wiederum mit dem Label «P.A.C.» unterzeichnet. (Quelle: APAP)

Mitte Mai findet laut den «FKP» eine «Rednerveranstaltung in Potsdam» mit dem Titel «66 Jahre Umerziehungskrieg!» statt. Dabei geht es in geschichtsrevisionistischer Manier um den 8. Mai 1945. Der dazugehörige Bericht auf dem «Infoportal-Potsdam» schließt mit dem Fazit: «In letzter Konsequenz geht es […] um die völkische und großrassische Substanzerhaltung aller europäischen Nationen.» (Quelle: «FKP», 20.05.2011)

21.05.2011 – Der bekannte Potsdamer RechtsRocker Uwe Menzel spielt bei einem Konzert in Sachsen, welches unter dem Motto «Frühlingsfest der Volksmusik» stattfindet. Neben ihm als «Uwocaust und alte Freunde» treten auch «Sachsonia», «W.U.T.», «Devil´s Project» und «System Infarkt» auf. (Quelle: Oire Szene)

21.05.2011 – Am Bahnhof Rehbrücke entdecken Antifaschist_innen eine ca. ein mal ein Meter große Hakenkreuz-Sprüherei.(Quelle: APAP)

22.05.2011 – Gegen 2:15 Uhr nachts werden Besucher_innen des «Ultrash» Festivals in einem Nachtbus angegriffen. In dem relativ vollen Bus nach Rehbrücke befanden sich auch ca. 8 Neonazis. Ein Festivalbesucher wurde dann von den Neonazis angepöbelt und anschließend ins Gesicht geschlagen. Ein paar Haltestellen weiter werden die Neonazis dann mit Hilfe anderer Fahrgäste aus dem Bus herausgedrängt. Die Neonazis wollen daraufhin wiederum gewaltsam in den Bus drängen. Mit einem Tischbein rammen sie dann von außen eine Scheibe des Busses ein woraufhin der Busfahrer los fährt. Aus der Gruppe der Neonazis fallen auch die Worte: «Du scheiß Antifafotze, ich zeig dir was Ultrash heißt». (Quelle: AALP, APAP)

22.05.2011 – Gegen 3 Uhr morgens hören drei Jugendliche in der Waldstadt das Geräusch von Eisenstangen, die auf Beton schlagen. Kurz darauf entdecken sie eine Gruppe von ca. 15 teilweise Vermummten, die unter «Da sind sie die scheiß Zecken!» Rufen auf sie zu stürmen. Einige der Angreifer_innen haben Knüppel bzw. Stangen in den Händen. Die drei Betroffen können jedoch fliehen. (Quelle: AALP, APAP)

Juni

17.06.2011 – Eine Gruppe von ca. 10 Neonazis der «FKP» versammelt sich mit einem Transparent auf dem Parkplatz des Waldstadt-Centers. Sie tragen weiße Masken, verstreuen Schnipsel mit antidemokratischer Propaganda und halten mittels eines Megaphons einen Redebeitrag. (Quelle: «FKP»)

17.06.2011 – Eine Person, die gerade dabei ist Neonaziaufkleber zu entfernen, wird am Abend von einer 4-köpfigen Gruppe auf der Höhe Max-Born-Straße zuerst angepöbelt und dann getreten. Als der Betroffene flüchtet wird er noch kurzzeitig von zwei Personen aus der Gruppe verfolgt. (Quelle: APAP)

20.06.2011 – Im gesamten Stadtgebiet verkleben Neonazis Aufkleber der «FKP». Damit wettern sie gegen vermeintliche «Ausländerkriminalität», im Bezug auf den vor 5 Jahren verstorbenen David Fischer. (Quelle: APAP)

25.06.2011 – Die Potsdamer Neonaziband «Preussenstolz» spielt beim NPD «Sommerfest» in der Schorfheide/Finowfurt. Mit ihr treten die NS-Bands «Legion of Thor», «Exzess», «Liedermacher Toralf» und die «KinderZimmerTerroristen» auf. (Quelle: Antifa Bernau)

28.06.2011 – In der Waldstadt I entdecken Antifaschist_innen mehrere Sprühereien der «FKP» und zahlreiche weiter Neonazisticker. (Quelle: APAP)

Fußnoten und Bildquellen:
Bild 1 http://inforiot.de/files/3_5.jpg
[1] http://apap.blogsport.eu/2011/04/16/6_uebergriffe_in_kurzer_zeit
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Rock_against_Communism
[3] http://www.npd-havel-nuthe.de/?p=4792
[4] http://inforiot.de/artikel/neonazi-propaganda-geschichtsrevisionismus-gedenkstaette

 

Infoveranstaltung zum Neonaziaufmarsch am 8. Mai in Demmin

Donnerstag, Mai 5th, 2011

Freitag_06.05.2011_19:00_Infoladen_Zeppelinstr. 25

Diesen Freitag lädt das Antifaschistische Pressearchiv Potsdam zum Infoabend in den Infoladen.
Ihr seid herzlich eingeladen um euch über den anstehenden Neonaziaufmarsch in Mecklenburg-Vorpommern zu informieren. Bereits seit mehreren Jahren führen Neonazis in der Hansestadt Demmin einen soganannten „Trauermarsch“ durch. Dabei wird im Fackelschein und mit ordentlich Pathos den vermeintlichen „Opfern“ des deutschen Volkes in Demmin gedacht. Denn hier ging am Ende des II. Weltkrieges die „Volksgemeinschaft“ kollektiv sowie wörtlich baden. Dieses unglaublich tragische Szenario – viele Einwohner_innen Demmins ertränkten sich gegenseitig bzw. selbst in der Peene – bildet die Grundlage des heutigen Opfermythos der regionalen Neonaziszene. In den letzten 4 Jahren stieg die Zahl der Teilnehmenden Nazis von 40 auf ca. 250 an und somit auch die Bedeutung des Aufmarschs in der Klein- bzw- Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Antifaschist_innen mobilisieren moment gegen dieses Nazispektakel.
Aktuelle Infos bekommt ihr unter: http://demminnazifrei.blogsport.de/ oder diesen Freitag Abend im Infoladen.

Chronik neonazistischer Aktivitäten in Potsdam und Umgebung 2010

Mittwoch, April 20th, 2011

Die Chronik als PDF-Download

Jeden Monat verbreiten Neonazis in Potsdam und Umland ihr menschenverachtendes Gedankengut durch zahlreiche Internetpublikationen oder verteilte Propaganda auf den Straßen (rund 2 Propagandaaktionen pro Monat). In dieser Chronik sind vor allem die Aktivitäten der NPD, «Alternativen Jugend Potsdam (AJP)» und «Freie Kräfte Potsdam (FKP)» aufgeführt und mit Daten über rassistische Gewalt in Potsdam und Umland ergänzt.

Diese Chronik kann nicht als vollständiger Bericht des Jahres 2010 gesehen werden, da sehr oft Betroffene von Neonazi-Gewalt oder rassistischer Gewalt ihre Erfahrungen aus Angst nicht äußern und sie somit nicht öffentlich gemacht werden. Die Chronik ist ein Versuch, neonazistische Aktivitäten im Raum Potsdam und Umland zu erfassen. Dabei dienen zahlreiche Berichte aus der «Potsdamer Neusten Nachrichten», der «Opferperspektive» und der «[a] antifaschistische linke potsdam (AALP)» als Datengrundlage. Ebenfalls sind aber auch Aktionen und Berichte der Neonazis selbst mit aufgeführt.

Kurz gefasst:Die DVU ist tot, die NPD sprang aus ihren Startlöchern

Seit Anfang Januar 2010 sind enorme Aktivitäten der NPD in Potsdam und Umgebung zu verzeichnen. Nach den Landtagswahlen im Herbst 2009 verlor die DVU in Potsdam nicht nur ihre Sitze im Brandenburger Parlament, sondern auch viele Anhänger_innen und Funktionär_ innen an die NPD. So entschied sich auch Anfang des Jahres der Stadtverordnete Marcel Guse von der DVU zur NPD zu wechseln. Er gründete daraufhin im Januar 2010 den Potsdamer NPD-Stadtverband. Seit dieser Zeit können immer wieder seine langen und sinnfreien Texte auf der Internetseite der «NPD Havel-Nuthe» aufgerufen werden. Aus seiner neonazistischen Weltanschauung macht er dabei kein Geheimnis. Doch nicht nur durch «Inhalte» versucht die NPD in Potsdam präsent zu sein, auch wird seit Jahresbeginn ein monatlicher Stammtisch der NPD abgehalten. Dabei wird vorzugsweise versucht «prominente» Referent_innen einzuladen. Hierbei ist festzustellen, dass der monatliche Stammtisch der gesamten Potsdamer Neonaziszene eine Plattform für Austausch, Vernetzung und gemeinsame Aktionen liefert. Neben Verteilen ihrer Propagandablättern («Potsdamer Fackel» und «Wahrheit für Brandenburg») gehört wohl zu ihrem größten Event der «Preußentag» am 2.Oktober 2010, bei dem auch die Potsdamer Neonazi-Band «Preußenstolz » auftritt.

Die «Alternative Jugend Potsdam» wie auch die «Freie Kräfte Potsdam», zu letzterer zählt auch die neonazistischen Plattform «Infoportal Potsdam», sind vor allem propagandistisch – mit Plakaten, Aufklebern, Schablonensprühereien oder Transpiaktionen – auf den Straßen unterwegs. Auch von ihren Kreidemalereien konnten sie sich nicht trennen. All diese Aktivitäten waren auch schon 2009 zu beobachten. Was nur zum vergangenen Jahr noch hinzukommt ist ihr unsäglicher Drang zur Selbstinszenierung, wie durch ihre großen Internetankündigungen zum 14.04.2010, der «Nacht von Potsdam». Zu einer anderen theatralischen Aktion zählt ihr Posieren mit weißen Masken vor Potsdamer Wahllokalen Mitte September, bei der sie sich sowohl inhaltlich als auch ästhetisch der Aktionsformen südbrandenburgischer Neonazis bedienten.

Potsdamer Neonazis, egal ob NPD, «AJP» oder «FKP», halten nicht nur brandenburgweit Treffen ab, sondern beteiligen sich auch bundesweit an Neonazi-Demonstrationen, wobei die Vernetzung mit gleichgesinnten Brandenburger_innen im Vordergrund steht.

Im Jahr 2010 gab es bei der Aktivität der Neonazis klare Schwerpunkte während der Monate Februar und Mai. Die Aktivitäten lassen sich durch die historischen Daten der Bombardierung Dresdens, der «Nacht von Potsdam» und dem Tag der Befreiung leicht zuordnen. Gerade in diesen Tagen wurde großflächig Propaganda verteilt und Aktionen bzw. Aufmärsche unterstützt und initiiert. Ein weiterer Schwerpunkt neonazistischer Aktivitäten stellt der Monat September dar, in dem versucht wurde eine antifaschistische Demonstration in Potsdam durch zahlreiche Aktionen zu behindern. Außerdem wurde die Oberbürgermeisterwahl zum Anlass von Aktionen. Insgesamt sind für das Jahr 2010 viele neonazistische Aktivitäten zu verzeichnen, die vor allem durch zahlreiche und großflächige Propagandaaktionen zu beschreiben sind. Weiterhin sind die historischen Daten und neonazistische Aufmärsche in Deutschland immer wieder ausschlaggebend für Aktivitäten. Ebenso die zunehmende lokale Vernetzung, durch zum Beispiel den NPD Stammtisch,macht es Neonazis in Potsdam möglich, das ganze Jahr über präsent zu sein.

Januar

Anfang Januar – Der NPD-Stadtverband Potsdam gründet sich. (Quelle: NPD)

16.01.2010 – Neonaziaufmarsch in Magdeburg. Mit dabei Potsdamer Neonazis der «FKP», «AJP» und NPD (Quelle: AALP)

23.01.2010 – Vernetzungstreffen mit Neonazis aus Brandenburg (Quelle: «AJP»)

30./31.01.2010 – 1. Stammtisch der NPD Potsdam. Die Potsdamer Neonaziszene trifft sich auf Einladung der NPD Potsdam. (Quelle: NPD)

Februar

07.02.2010 – Die «FKP» und «AJP» fahren in das ehemalige Konzentrationslager Sachsenhausen und berichten in geschichtsrevisionistischer Manier von ihrem «Ausflug» auf ihren Internetseiten.(Quelle: «AJP», «FKP»)

12.02.2010 – Die «AJP» sprühen einen 30m langen geschichtsrevisionistischen Schriftzug an eine Mauer an der Bundesstraße 2. Thema ist die Bombardierung Dresdens im Zuge des 2. Weltkrieges. (Quelle: AALP)

13.02.2010 – Neonaziaufmarsch in Dresden. Mit dabei Potsdamer Neonazis der «FKP», «AJP» und NPD (Quelle: AALP)

13.02.2010 – Ein deutscher Staatsbürger wurde aus rassistischen Motiven Opfer einer Körperverletzung. Es konnte ein Tatverdächtiger ermittelt werden. Nähere
Angaben liegen nicht vor. (Quelle: LKA)

14.02.2010 – Geschichtsrevisionistische Gedenkaktion der «FKP» und «AJP» auf dem alten Markt. Thema ist die Bombardierung Dresdens im Zuge des 2. Weltkrieges. (Quelle: «AJP», «FKP»)

20.02.2010 – Ein 34-jähriger Kameruner wurde auf dem Potsdamer Hauptbahnhof von einem 31-jährigen Betrunkenen rassistisch beschimpft und unter dem Ruf «Ich steche dich ab!» mit einem Messer bedroht.(Quelle: dpa, 25.02.2010; Polizei)

23.02.2010 – Propagandaaktion der «FKP» zum Todestag von Horst Wessel. Es wurden zahlreiche Schablonensprühereien mit dem Konterfei des Nazi-Märthyrers und weitere größere Parolen in Fahrland, Marquardt, Waldstadt, Rehbrücke und am Stern angebracht. (Quelle: AALP)

27./28.02.2010 – 2. Stammtisch der NPD Potsdam. Diesmal sprach ein «Wortführer des JN-Stützpunktes Potsdam […] Er informierte […] über die Arbeit des Stützpunktes» (Quelle: NPD)

März

07.03.2010 – Die «AJP» fahren in das Marienbad in Brandenburg und berichten davon auf ihrer Internetseite. Dabei leugnen sie den Holocaust. (Quelle: AALP,«AJP»)

20./21.03.2010 – 3. Stammtisch der NPD Potsdam. Mit dabei der dem NPD Kreisverband Oberhavel angehörende Thomas Salomon. (Quelle: NPD)

27.03.2010 – Neonaziaufmarsch in Neuruppin. Mit dabei Potsdamer Neonazis der «FKP», «AJP» und NPD

April

07.04.2010 – Ein libanesischer Familienvater wurde in einem Einkaufcenter von einem 45-Jährigen angegriffen. Der Täter schlug dem 32-Jährigen ins Gesicht und bedrohte sein Opfer, dessen Frau und zwei Kinder mit einer Pistolenattrappe. Die Polizei nahm den Angreifer fest.(Quelle: PNN, 08.04.2010, OPP)

11.04.2010 – Die «FKP», «AJP» und NPD laden zeitgleich ein Update bzgl. der «Nacht von Potsdam» hoch. Darin betrachten sie, mit einem geschichtsrevisionistischen Blick, die Bombardierung Potsdams am 14.04.1945.(Quelle: AALP)

12.04.2010 – Propagandaaktionen der «FKP» und NPD bzgl. der «Nacht von Potsdam». Sie putzen Kriegsdenkmäler.(Quelle: AALP)

12.04.2010 – Propagandaaktionen in den Stadtgebieten Zentrum-Ost, dem Stern, Drewitz und der Waldstadt. Hierbei werden zahlreiche Aufkleber bzgl. der «Nacht von Potsdam» verklebt und Parolen auf Straßen und Wände geschrieben. (Quelle: AALP)

13.04.2010 – Neonazis verteilen den Potsdamer NPD-Propagandaflyer «Potsdamer Fackel» in Potsdam-West.(Quelle: AALP)

20.04.2010 – Die «AJP» nimmt an einer Mahnwache in Nauen teil. Thema ist die Bombardierung der Stadt am 20.04.1945. (Quelle: AJP)

29.04.2010 – Plakataktion für die Mobilisierung zum 01.Mai/Berlin in Potsdam-Nord

Mai

01.05.2010 – Neonaziaufmarsch in Berlin. Mit dabei Potsdamer Neonazis der «AJP» und NPD.(Quelle: AALP)

01.05.2010 – Neonaziaufmarsch in Hoyerswerda. Mit dabei Potsdamer Neonazis der «FKP» und NPD. (Quelle: AALP)

05.05.2010 – Plakataktion der «FKP» und «AJP» zum 08.Mai 1945 mit der Aufschrift «8.Mai – wir kapitulieren nie!» in Fahrland, Marquardt, Satzkorn, Groß-Glienicke, Drewitz, Schlaatz, Waldstadt, Rehbrücke und dem Stern sowie der Stadt Brandenburg.

08.05.2010 – Neonaziaufmarsch in Brandenburg. Mit dabei Potsdamer Neonazis der «AJP», «FKP» und NPD. (Quelle: Antifa Westhavelland)

09.05.2010 – Die «AJP» bringt über 100 neonazistische und geschichtsrevisionistische Schablonensprühereien in Fahrland, Neu-Fahrland Marquardt und Groß-Glienicke an. Die Polizei nimmt daraufhin Ermittlungen wegen des Straftatbestands der Volksverhetzung auf.(Quelle: AALP, PNN 10.05.2010)

13.05.2010 – Neonazis aus Potsdam beteiligen sich an einer Propagandaaktion auf der 20. Brandenburgischen Landwirtschaftsaustellung im Erlebnispark Paaren und verteilen NPD Flugblätter. (Quelle: NPD)

15./16.05.2010 – Neonazis beschmieren am Stern das Bürgerbüro des Linke-Politikers Hans Jürgen Scharfenberg mit einer Doppelsigrune und mehreren Hakenkreuzen. (Quelle: PNN)

22./23.05.2010 – 4. Stammtisch der NPD Potsdam. Der JN/»Spreelichter» Kader Sebastian Richter war zu Besuch und sprach zum Thema »Dieses System bringt uns den Volkstod!» (Quelle: NPD)

29.05.2010 – Versuchter Neonaziaufmarsch in Bernau. Mit dabei Potsdamer Neonazis der «AJP» und NPD.

Juni

Anfang Juni – Marcel Guse hält einen völkischen und antisemitischen Vortrag vor Neonazis in Brandenburg an der Havel und bereitet sie damit auf einen «möglichen Bürgerkrieg» vor. (Quelle: NPD)

13.06.2010 – Die «AJP» fährt auf den Waldfriedhof in Halbe (Quelle: «AJP»)

26./27.06.2010 – 5. Stammtisch der NPD Potsdam.(Quelle: NPD)

Juli

07.07.2010 – Nach dem WM-Fußballspiel Deutschland- Spanien wurde am Hauptbahnhof ein Regierungsvertreter aus dem Jemen durch einen Schlag gegen den Kopf verletzt. Der Angreifer zeigte dabei den sogenannten Hitlergruß. Der Tatverdächtige wurde in Gewahrsam genommen. (Quelle: Polizei; OPP)

Mitte Juli – Die NPD Potsdam verteilt die Brandenburger NPD-Propagandazeitung «Wahrheit für Brandenburg» in Michendorf. (Quelle: NPD)

24.07.2010 – 6. Stammtisch der NPD Potsdam. Nach dem Vortrag eines Neonazis der JN Potsdam wird über den «Volkstod» diskutiert. (Quelle: NPD)

31.07.2010 – Vernetzungstreffen mit Neonazis aus Brandenburg (Quelle: «AJP»)

August

19.08.2010 – Die NPD Potsdam verteilt die Brandenburger NPD-Propagandazeitung «Wahrheit für Brandenburg» in Potsdam und Teltow. (Quelle: NPD)

September
01.09.2010 – Propagandaaktion im Stadtteil Schlaatz bzgl. der Antifademo am 25.09.2010. Unter anderem werden auch Hakenkreuze und durchgestrichene Davidsterne auf die Straße gemalt und zahlreiche Neonaziaufkleber verklebt. (Quelle: AALP)

04./05.09.2010 – 7. Stammtisch der NPD Potsdam. Neben interessanten Fakten zum deutschen Bauerntum wird sich ordentlich über die «viele[n] Kameraden aus freien Strukturen» gefreut, die angeblich zum Stammtisch erschienen. (Quelle: NPD)

07.09.2010 – Neonazis der «AJP» entfernen Plakate für die Antifademo am 25.09.2010 in den Stadtteilen Fahrland, Neu Fahrland, Marquardt, Satzkorn, Bornim und Bornstedt. (Quelle: «AJP»)

Mitte September – Marcel Guse verteilt mit weiteren Neonazis die Brandenburger NPD-Propagandazeitung «Wahrheit für Brandenburg» in Treuenbrietzen. (Quelle: NPD)

13.09.2010 – Marcel Guse – als parlamentarischer Arm der Anti-Antifa – stellt eine Anfrage an den Oberbürgermeister bzgl. der Antifademo am 25.09.2010. Dadurch versucht er Informationen über den_die Anmelder_in sowie die Route der Demonstration zu erlangen.(Quelle: AALP)

14.09.2010 – Im Umfeld der «Datscha», in der an dem Abend eine Infoveranstaltung zur Antifademo am 25.09.2010 stattfindet, werden zahlreiche Neonaziaufkleber verklebt. (Quelle: AALP)

19.09.2010 – Neonazis der «FKP» vermummen sich mit weißen Masken und zeigen vor verschiedenen Wahllokalen in Potsdam eine Transparent mit der Aufschrift «Die Demokraten bringen uns den Volkstod». (Quelle: «FKP»)

22.09.2010 – Neonazistische Plakataktion der «AJP» in Potsdam-Nord mit der zentralen Parole «Für nationalen Sozialismus». (Quelle: AALP)

23.09.2010 – In der Waldstadt II werden vor mehreren Wohnungen vermeintlich linker Jugendlicher Naziparolen geschrieben und dadurch versucht sie ein zu schüchtern. (Quelle: AALP)

25.09.2010 – Die «AJP» besprühen die Fachhochschule Potsdam mit der Parole «NS Jetzt». (Quelle: AALP, PNN)

25.09.2010 – Neonazis sprühen und kleben – «Summer Of Hate Reloaded» – großflächig entlang der Route der Antifademo (Quelle: Antifa Westhavelland, AALP)

Oktober

02.10.2010 – Die Potsdamer Band «Preussenstolz» tritt beim ersten «Preußentag» der NPD in Finowfurt auf. (Quelle: NPD)

16./17.10.2010 – 8. Stammtisch der NPD Potsdam. Mit dabei, der NPD-Kreistagsabgeordnete aus dem Landkreis Havelland, Dieter Brose. (Quelle: NPD)

18.10.2010 – «Die Demokraten bringen uns den Volkstod » heißt die neuen Internet(unter)seite der «FKP» welche sie auf ihrer Homepage eingerichtet haben. Die Seite soll den Start einer gleichnamigen Kampagne markieren. (Quelle: «FKP»)

November

13.11.2010 – 9. Stammtisch der NPD Potsdam. Mit der Floskel «Volksgemeinschaft statt Klassenkampf» lässt sich der Inhalt dieser Veranstaltung, bei der diesmal Ralph Tegethoff zu Gast war, wohl ausreichen zusammenfassen. Dieser war in der verbotenen «FAP» aktiv und wurde unter anderem dadurch bekannt, da er 1983 beim hantieren mit einer Rohrbombe festgenommen wurde. (Quelle: NPD)

14.11.2010 – Drei Neonazis verteilen den Potsdamer NPD-Propagandaflyer «Potsdamer Fackel» im Wohngebiet Zentrum-Ost (Quelle: NPD)

14.11.2010 – Marcel Guse ist zu Gast bei der NPD-Augsburg und hält dort einen Vortrag. (Quelle: NPD)

17.11.2010 – Potsdam – Zwei Männer beleidigten in der Straßenbahn einen Flüchtling rassistisch und bespuckten ihn. Als einer der Männer den Kenianer zu schlagen versuchte, konnte der Angegriffene ausweichen. Obwohl ein Mann mit Migrationshintergrund versuchte, einzugreifen, konnten die Täter unbehelligt die Tram verlassen. (Quelle: Polizei, OPP)

21.11.2010 – Die «FKP» veranstalten zusammen mit den «Spreelichtern» und «Freien Kräften» aus Leipzig eine Gedenkveranstaltung auf dem Soldatenfriedhof in Jüterborg. (Quelle: APAP)

27./28.11.2010 – 10. Stammtisch der NPD Potsdam. Es werden verschiedene Gedichte vorgetragen und erklärt, warum dem drohenden «Volkstod» nur durch «Familiengründungen und eine vorbildliche Lebensführung» begegnet werden kann. (Quelle: NPD)

Dezember

Anfang Dezember – Die NPD Potsdam führt , ihren eigenen Angaben zufolge, mehrere kleinere Gedenkveranstaltungen «zu Ehren unserer vor dem Feind gebliebenen Soldaten» in Potsdam und Umgebung durch. (Quelle: NPD)

07.12.2010 – Die NPD Potsdam verteilt den Potsdamer NPD-Propagandaflyer «Potsdamer Fackel» und hetzt darin in rassistischer und wohlstandschauvinistischer Manier gegen Asylsuchende.(Quelle: NPD)

25./26.12.2010 – 11. Stammtisch der NPD Potsdam. Diesmal wurde sich der in Hennigsdorf wohnende Maik Hampel eingeladen. Dieser war Anfang der 1990er Jahre Mitglied in der inzwischen verbotenen «Nationalistischen Front». (Quelle: NPD)

Ende Dezember – «Jahresabschlussveranstaltung» der NPD Potsdam

Öffnungszeitenänderung am 19. April 2011

Samstag, April 16th, 2011

Am 19. April kann das APAP leider nur bis 18 Uhr geöffnet bleiben. Wir öffnen jedoch schon um 17 Uhr die Türen für euch.

Neonazistische Gewalt in Potsdam – 6 Übergriffe in kurzer Zeit

Samstag, April 16th, 2011

Die Potsdamer Neonazis werden wieder gewalttätiger. So kam es seit Beginn des Jahres zu einer Reihe von Übergriffen und versuchten Angriffen, die sich vorrangig im Stadtteil Waldstadt abspielten. Betroffene dieser Gewalttaten waren vermeintlich linke und antifaschistische Jugendliche.

So kam es in den Abendstunden des 16.01.2011 zu einem Übergriff auf einen alternativen Jugendlichen in der Waldstadt, bei dem der Betroffene von 2 Neonazis bedroht und anschließend geschlagen wurde. Danach konnte sich der Betroffene in Sicherheit bringen. Weiterhin wurde in der Nacht zum 27.02.2011 ein vermeintlicher Antifaschist von drei Potsdamer Neonazis in einer Straßenbahn am Johannes-Kepler-Platz angepöbelt und versucht aus der Bahn zu ziehen. Glücklicherweise schritt hier der Bahnfahrer ein, sodass nichts schlimmeres passieren, jedoch die Neonazis flüchten konnten. Des Weiteren kam es am am 05.03.2011 zu gleich zwei Übergriffen auf vermeintliche Antifaschist_innen.

Am Tage bedrohten Neonazis eine Person und verfolgten sie anschließend, wobei hier der Betroffene noch rechtzeitig entkommen konnte. Anders am selben Abend, als mehrere Neonazis versuchten eine Person von ihrem Fahrrad zu ziehen und ihr mehrmals ins Gesicht schlugen. Die Person konnte sich allerdings auf dem Fahrrad halten und flüchten. Nach diesen Vorfällen tauchten im Gebiet Waldstadt die ersten neonazistischen Aufkleber zum 14. April 1945 auf. Thematisiert wird darin die Bombardierung Potsdams am Ende des 2. Weltkrieges. Auch im vergangenen Jahr veranstaltete die Potsdamer Neonaziszene vielerlei Propagandaaktionen. Mit Stickern und einer eigenen Internetkampagne der „Alternative Jugend Potsdam“ und der „Freie Kräfte Potsdam“ wurde versucht geschichstrevisionistische Inhalte zu verbreiten. Die Aktivitäten der Neonazis gipfelten in einer im Wald versteckten „Trauerveranstaltung“.

Bei den oben genannten Übergriffen blieb es jedoch nicht. Am 08.03.2011 kam es erneut zur Bedrohung eines Jugendlichen durch eine Gruppe von Neonazis, wobei auch hier der Betroffene zum Glück flüchten konnte. Auch dieser Übergriff fand in der Waldstadt statt. Der bisher jüngste und auch folgenschwerste Übergriff fand in einer Regionalbahn nach Berlin statt, in der einem vermeintlichen Antifaschisten eine Flasche über den Kopf geschlagen wurde. Der Täter flüchtete anschließend am Bahnhof Rehbrücke in den angrenzenden Wald. Der Verletzte musste danach stationär aufgrund von tiefen Schnittwunden behandelt werden.

Diese Szenen kommen uns bekannt vor, wenn wir an den von den Neonazis ausgerufenen „summer of hate“ im Jahr 2005 zurückdenken. Hier kam es zu schweren Übergriffen auf Menschen, welche sich aktiv gegen das Treiben der Neonazis stellten oder auch einfach nur nicht in deren Weltbild passten. Im letzten September wurde von Antifaschist_innen versucht, auf die aktuell zu verzeichnende Zunahme an neonazistischen Aktivitäten in Potsdam aufmerksam zu machen. Hierbei wurde auch die Situation in der Waldstadt thematisiert und verdeutlicht, dass es für linke und antifaschistische Jugendliche momentan sehr schwer ist dort in Ruhe zu leben.

Dies kann und darf so nicht weitergehen. Jetzt gilt es die Betroffenen aktiv zu unterstützen und alle antifaschistisch Denkenden auf zu fordern sich den aktuellen Zuständen in Potsdam und besonders im Stadtteil Waldstadt entgegen zu stellen.

Es folgt eine Chronik neonazistischer Ereignisse (in der Waldstadt) für den Zeitraum April 2010 bis März 2011:

12.04.2010 – Propagandaaktionen in den Stadtgebieten Zentrum-Ost, dem Stern, Drewitz und der Waldstadt. Hierbei werden zahlreiche Aufkleber bzgl. der „Nacht von Potsdam“ verklebt und neonazistische und geschichtsrevisionistische Parolen auf Straßen und Wände geschrieben. (Quelle: AALP)

05.05.2010 – Plakataktion der „FKP“ und „AJP“ zum 08.Mai 1945 mit der Aufschrift „8.Mai – wir kapitulieren nie!“ in Fahrland, Marquardt, Satzkorn, Groß-Glienicke, Drewitz, Schlaatz, Waldstadt, Rehbrücke und dem Stern sowie der Stadt Brandenburg. (Quelle: APAP)

19.09.2010 – Neonazis der „FKP“ vermummen sich mit weißen Masken und zeigen vor verschiedenen Wahllokalen in Potsdam eine Transparent mit der Aufschrift „Die Demokraten bringen uns den Volkstod“. Dabei posieren sie auch in der Waldstadt vor dem Oberstufenzentrum II. (Quelle: „FKP“, APAP)

23.09.2010 – In der Waldstadt werden vor mehreren Wohnungen vermeintlich linker Jugendlicher Naziparolen geschrieben und dadurch versucht sie ein zu schüchtern. (Quelle: AALP)

25.09.2010 – Neonazis sprühen und kleben – „Summer Of Hate Reloaded“ – großflächig entlang der Route der Antifademo, die in der Waldstadt endet. (Quelle: Antifa Westhavelland, AALP)

01.01.2011 – Flyeraktion der „Freie Kräfte Potsdam“ zur Kampagne „Die Demokraten bringen uns den Volkstod“ in der Waldstadt (Quelle: „FKP“ und Augenzeug_innen)

16.01.2011 – Ein Antifaschist wird in der Waldstadt von zwei Neonazis bedroht und geschlagen (Quelle: APAP)

27.01.2011 – Neonazis bringen einen Teil der Schleife des Gedenkkranzes der Partei Die Linke an der Tür alternativer Jugendlicher in der Waldstadt an, den sie zuvor vom Platz der Einheit entfernt hatten. (Quelle: AALP)

05.03.2011 – Ein Antifaschist wird am späten Abend in der Waldstadt von einer Gruppe Neonazis angegriffen und ins Gesicht geschlagen (Quelle: APAP)

05.03.2011 – Ein Antifaschist wird in der Waldstadt von mehreren Neonazis angepöbelt und anschließend verfolgt. Der Betroffene kann entkommen. (Quelle: APAP)

08.03.2011 – Ein Antifaschist wird im Caputherheuweg (Waldstadt) von einer Gruppe von ca. 10 Neonazis angepöbelt und verfolgt. Der Betroffene kann entkommen. (Quelle: APAP)

12.03.2011 – Ein Antifaschist wird in einem Zug kurz vor Potsdam von einem Neonazi mit einer Glasflasche angegriffen und damit ins Gesicht geschlagen. Der Täter steigt am Bahnhof Rehbrücke aus und flüchtet in Richtung Waldstadt. Der Betroffene muss daraufhin stationär behandelt werden. (Quelle: APAP)

Infoveranstaltung zur Antifa-Demo in Burg – 22. März 2011

Dienstag, März 22nd, 2011

Am 22. März 2011 wird im APAP eine Informations- und Mobiveranstaltung stattfinden. Ein_e Genosse_in aus Burg wird uns über die dortigen Nazistrukturen aufklären. Außerdem wird es einen Überblick über die vergangenen Repressionsfälle gegen Burger Aktivist_innen geben.

Kommt am 26. März 2011 nach Burg und unterstützt die dortige Antifa-Szene!

Öffnungszeitenänderung am 8. März 2011

Dienstag, März 8th, 2011

Am 8. März muss das APAP leider geschlossen bleiben, da wir die Frauentagsdemo der „Antisexistischen Aktion Potsdam“ (ASAP) unterstützen. Nächste Woche, am 15. März wird unser Archiv wie üblich für euch geöffnet sein.

Kommt zur Demo, Fight Sexism !