Die aktuelle Chronik neonazistischer Aktivitäten in Potsdam und Umgebung für den Zeitraum Juli bis Dezember 2011 kann hier eingesehen werden.
3. Januar 2012 | 19 Uhr | APAP
Für den 14. Januar 2012 rufen Nazis der sogenannten „Initiative gegen das Vergessen“, wie schon in den Vorjahren, unter dem Motto „Ehrenhaftes Gedenken statt Anpassung an den Zeitgeist!“ erneut auf, nach Magdeburg zu kommen. Diese Demonstration ist die erste Gelegenheit im neuen Jahr für Nazis aus dem ganzen Bundesgebiet, sich zu treffen und ihre Ideologie zu propagieren. So kamen am 15. Januar 2011 über 1000 Nazis in die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt, um an dem Aufmarsch teilzunehmen.
Mobivideo für den 14. Januar in Magdeburg
Aus diesem Grund findet in Potsdam eine Infoveranstaltung mit Referent_innen aus Sachsen-Anhalt statt. Diese werden über die Gegenaktivitäten und die Anreise informieren.
7. Januar 2012 | 20 Uhr | Spartacus Potsdam
Antifa United! – das ist ein Zusammenschluss von antifaschistischen Gruppen und unabhängigen Antifaschist_innen, die in Potsdam nicht länger schweigend zusehen wollen, wenn Neonazis ihre Propaganda verbreiten und Menschen bedrohen, verfolgen und verprügeln. Wir machen auf Neonaziaktivitäten aufmerksam, stellen uns gegen jede menschenverachtende Ideologie und treten für eine antifaschistische Gegenkultur ein. Diese bietet potenziell Betroffenen Schutz, besetzt eigene Positionen und bestärkt Menschen in ihrem Engagement gegen Nazis.
Um diese Gegenkultur richtig zu zelebrieren, veranstalten wir keine schnöde Solisause für das durchaus benötigte Kleingeld, sondern die große „Antifa-Kirmes“, welche für das action-orientierte Herz viel Spiel, Spaß, Spannung und ein paar Preise verspricht.
Um 20 Uhr wollen wir in den Abend starten mit dem Vorstellen der Chronik neonazistischer Aktivitäten 2011. Potsdams Neonaziszene hat sich weiterentwickelt und gefestigt. Das zeigt die in bestimmten Stadtteilen stark vermehrte Naziaktivität in diesem Jahr. Von der Stadt wurde dies lange Zeit ingnoriert, trotz Warnung von Antifagruppen, und das obwohl es Parallelen zum „summer of hate“ 2005 gibt. Andere Neonazigruppen sind dagegen nicht mehr wahrnehmbar. Wir wollen versuchen Licht ins Dunkel zubringen. In welchen Gruppen sind sie aktiv? Wieviele Personen können diesen Gruppen zugeordnet werden? Es gibt viele Fragen und wir wollen versuchen möglichst viele zu beantworten.
Ab 20 Uhr Infoveranstaltung zu Neonazis in Potsdam und Chronik-Release
Danach Konzert mit Rampue (live house)
Party mit Usche Kuszlovski (Trash) und
„Wünsch-dir-Was“ mit dem Jukebox DJ-Team (your all time favorites)
Außerdem: große Antifa-Kirmes mit Spiel, Spaß und Spannung!
Präsentiert von: ak_antifa & APAP
Am 15. Dezember 2001 zogen rund 150 Demonstrant_innen die Karl-Liebknecht-Straße entlang, in der sich der Neonaziladen „Union Jack“ befand. Unter dem Motto „Smash the Union Jack – Rassistische und neofaschistische Strukturen aufdecken und angreifen!“ veranstalteten die AAPO (Antifaschistische Aktion Potsdam) und die AJAP (Antifa Jugend Aktion Potsdam) eine Demo um auf das Geschäft und Potsdamer Nazistrukturen aufmerksam zumachen. Unterstützt von weiteren Berliner und Brandenburger Gruppen wurde in Pressemitteilungen, Flyern und Informationsveranstaltungen über die Hintergründe des „Union Jack“ informiert und aufgeklärt.
Betreiber des Geschäfts war Danny Prange, der der militanten Neonaziszene zuzurechnen ist. Er war tätig in der neonazistischen Organisation „Nationalistische Front“ (NF) und fungierte in deren Nachfolgeorganisation „Direkte Aktion Mitteldeutschland/JF“ als Stützpunktleiter für den Bereich Beelitz/Michendorf.
Dabei hatte er nicht nur „politisches Engagement“ im Sinn sondern beteiligte sich auch selbst an militanten Aktionen gegen seine politischen Gegner_innen.
Zum wiederholten Male griffen vermeintliche Neonazis einen alternativen Jugendlichen in Potsdam an. Am Sonntag, den 13.11.2011 gegen 4 Uhr morgens attackierten die drei Täter_innen in Babelsberg den Jugendlichen. Sie schlugen dabei der Person ins Gesicht, worauf diese fiel. Anschließend traten die Neonazis weiter auf den nun am Boden liegenden Jugendlichen ein. Der Betroffene wurde außerdem aus der Gruppe der Angreifenden beleidigt. Dabei fielen unter anderem die Worte „Hey du scheiß Zecke“.
Möglicherweise steht dieser Angriff in Zusammenhang mit der Schändung des Gedenksteins von Herbert Ritter. Herbert Ritter war ein jugendlicher Kommunist und gilt als das erste Todesopfer faschistischer Gewalt in Babelsberg. In Vorbereitung auf den 80. Todestag des Jungkommunisten restaurierten jugendliche Antifaschist_innen und Fußballfans den Gedenkstein.[1] Am Gedenktag selbst wurden mehrere Löcher in der Inschrift des Steines entdeckt. Diese wurden offenbar in der Nacht zum 12. November 2011 von Unbekannten zugefügt.[2]
Am nächsten Tag wurden erneute Beschädigungen festgestellt, die wahrscheinlich in der Nacht zum Sonntag zugefügt wurden. In der gleichen Nacht wurde der alternative Jugendliche angegriffen.
Somit sind Potsdamer Neonazis nicht nur im Stadtteil Waldstadt aktiv. Nach einer Kundgebung in Babelsberg [3] und einem Übergriff am Platz der Einheit [4] dehnen sie ihre Aktivitäten auf die gesamte Stadt aus und schaffen somit Angsträume für alternative Jugendliche und andere Menschen, die nicht in ihr faschistisches Weltbild passen.
[1]http://www.ultras-babelsberg.info/wordpress/?p=1352
[2]http://www.ultras-babelsberg.info/wordpress/?p=1398
[3]http://arpu.blogsport.eu/2011/07/31/vom-deutschlandfahnenschwinger-zum-redner-der-%e2%80%9efreie-krafte-potsdam%e2%80%9c/
[4]http://apap.blogsport.eu/2011/10/05/wieder-nazigewalt-in-potsdam-angriff-auf-alternativen-jugendlichen-in-der-innenstadt/
Aufruf zur antifaschistischen Demonstration am 10.12.2011 in Greifswald
Mobiveranstaltung | Di. 22.11.2011 | 20 Uhr
Seit geraumer Zeit haben sich neonazistische Strukturen in und um Greifswald gefestigt und noch stärker vernetzt.
Anfänglich beschränkten sich ihre Aktionen auf Verteilen von Flyern und Schmierereien an Hauswänden, doch schon nach kurzer Zeit wurde ihr Auftreten zunehmend gewaltbereiter. Körperliche Übergriffe auf nicht rechte Menschen stiegen massiv an. Traurige Höhepunkte dieser neuen Qualität der Gewalt bildeten die Brandanschläge auf zwei alternative Wohnprojekte und der bewaffnete Überfall auf einen Jugendlichen, der anschließend auf der Intensivstation behandelt werden musste. Greifswald hat ein verdammtes Naziproblem.
Greifwalder Antifaschist_innen haben keine Lust mehr tatenlos zuzusehen. Des Öfteren wurde es geschafft erfolgreich gegen Naziaktivitäten vorzugehen. Die Demonstration reiht sich in eine Vielzahl antifaschistischer Aktivitäten ein, unter anderem der blockierte Naziaufmarsch am 1. Mai und die erfolgreichen Störungen von NPD-Infoständen in der Stadt.
Genoss_innen aus Greifswald werden am 22.11.2011 im APAP über die Greifwalder NeoNazi-Szene informieren und letzte Infos für die Demonstration bekanntgeben. Es wird Essen und Getränke geben.
Greifswald Antifa-Demo | 10.12.11| 13 Uhr | Südbahnhof
Am 30. Oktober 2004 fand der letzte, große Neonaziaufmarsch in Potsdam statt- ein Grund für die Potsdamer Antifastrukturen im Herbst 2004 zu Gegenaktivitäten aufzurufen. Das „Linke Bündnis Potsdam“ und der „ak_antifa potsdam“ mobilisierten überregional, sodass am besagten Tag auch eine Menge Antifaschist_innen von Außerhalb anreisten. Auch bürgerliche Gruppierungen riefen zu Gegenaktivitäten auf, sodass insgesamt etwa 3500 Menschen gegen den Aufmarsch demonstrierten. [1]
Angemeldet wurde die Neonaziveranstaltung von dem Hamburger Neonazikader Christian Worch, welcher auch heute noch im Kameradschaftsspektrum aktiv ist. ‚blick.zurück – Der 30.10.2004 in Potsdam‘ weiterlesen
Am 18. Oktober muss das APAP leider geschlossen bleiben. Die Woche danach sind wir wieder wie gewohnt für euch da.
Am Samstag Abend des 06.08.2011 kam es gegen 23:30 Uhr in der Potsdamer Innenstadt, am Platz der Einheit, zu einem NeoNaziangriff auf einen alternativen Jugendlichen.
Dabei wurde der Betroffene, von einer ca. 8 bis 10-köpfigen Gruppe von Neonazis, von seinem Fahrrad gerissen und am Boden liegend mehrfach in den Bauch getreten. Glücklicherweise konnte der Betroffene schnell wieder aufstehen und mit seinem Fahrrad fliehen, sodass es zu keinen schlimmeren Verletzungen kam.
Dennoch zeigt dieser Übergriff sowohl die Kontinuität neonazistischer Gewalt in Potsdam als auch das Selbstbewusstsein örtlicher Neonazis in der Potsdamer Innenstadt Menschen gewalttätig anzugreifen. Dieser Naziangriff zeigt damit erneut, dass Potsdams Neonaziproblem keines ist, was ausschließlich den Stadtteil Waldstadt oder andere Plattenbaugebiete Potsdams betrifft.
Zuletzt kam es in Waldstadt immer wieder zu Propagandaaktionen und Gewalttaten [1] aus dem Umfeld der Neonazis der „Freie Kräfte Potsdam.“ Bei dieser Gruppierung ist laut „Antifaschistische Recherche_Potsdam//Umland“, seit kurzem auch der ehemalige Vorsitzende des NPD Stadtverbandes und mittlerweile aus der Partei ausgetretene, Marcel Guse aktiv [2]. Guse gilt als ideologische Führungsfigur der Neonaziszene in der Landeshauptstadt.
In unserem Archiv haben wir eine kleine Auswahl an Büchern und Zeitschriften. Eine Übersicht darüber könnt ihr ab sofort auch online einsehen.
Zu den verschiedenen Themengebieten könnt ihr euch jeden Dienstag ab 18 Uhr Bücher ausleihen oder auch direkt bei uns schmökern. Wenn ihr thematisch passende Bücher habt und nicht mehr benötigt oder der Platz im Bücherregal nicht mehr ausreicht könnt ihr diese gerne bei uns vorbei bringen.




